Die Reliquien der frühchristlichen Märtyrer Johannes und Paulus können in Altenberg im Erzbistum Köln verehrt werden. Bereits in den ersten Jahrhunderten wurden Menschen wegen ihres Glaubens an Jesus verfolgt und getötet – auch heute. Warum das so ist und warum sie uns Vorbilder sein können.
Die Legende der Märtyrer Johannes und Paulus
Johannes und Paulus gelten als frühchristliche Märtyrer, deren Lebensgeschichte stark legendarisch geprägt ist. Gesicherte Überlieferungen über ihr Leben und Wirken gibt es nicht. Ebenso ist auch nicht sicher, dass die beiden Brüder waren. Sie sollen hohe Beamte am Hof der Konstantina, der Tochter Konstantins des Großen gewesen sein.
Als überzeugte Christen sollen sie unter der Herrschaft von Kaiser Julian Apostata (dem „Abtrünnigen“) zwischen den Jahren 361 und 363 in ihrem eigenen Haus auf dem Caelius-Hügel in Rom hingerichtet worden sein. Der Legende nach weigerten sie sich, dem Gott Jupiter zu opfern, und bekannten sich stattdessen mutig zu Christus (vgl. Ökumenisches Heiligenlexikon unter dem EintragJohannes und Paulus). Über ihrem Wohnhaus erhebt sich heute die Basilika San Giovanni e Paolo auf dem Coelius in Rom.
Die Verehrung der beiden Märtyrer ist in Rom bereits seit dem 6. Jahrhundert durch die Titelkirche Santi Giovanni e Paolo belegt. Diese Kirche wurde über einer antiken römischen Villa errichtet, in der archäologische Grabungen tatsächlich christliche Kultspuren aus dem 4. Jahrhundert freigelegt haben.
Die Reliquien in Altenberg im Erzbistum Köln
Für die lokale Kirchengeschichte in Köln hat die Verehrung der Reliquien der heiligen Johannes und Paulus große Bedeutung.
Im Jahr 1344 gelangten die Kopfreliquien der beiden Märtyrer in den Besitz des Zisterzienserklosters Altenberg. Sie wurden dort zu einem zentralen Bestandteil des berühmten Altenberger Reliquienschatzes. Im Zuge der Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das Kloster aufgelöst und ein Großteil des Klosterschatzes ging verloren. Die Reliquien der beiden Heiligen galten fast 200 Jahre als verschollen. Bis zum Jahr 2012: Bei Aufräumarbeiten in der Sakristei der katholischen Pfarrkirche St. Pankratius in Odenthal kam eine Kiste mit Reliquien zum Vorschein. Die Historikerin Petra Janke konnte diese anhand archivarischer Belege zweifelsfrei als die verloren geglaubten Kopfreliquien aus dem Altenberger Dom identifizieren. Am 1. Juni 2014 kehrten sie feierlich in den Dom zurück. Hier werden sie zu besonderen Anlässen, wie Wallfahrten oder Kirchenfesten, gezeigt.
Bedeutung und Darstellung der Heiligen
Heilige werden in der katholischen Kirche als Fürsprecher in besonderen Anliegen verehrt. In der sogenannten Volksfrömmigkeit gelten Johannes und Paulus, da ihr Gedenktag mit der Sommersonnwende zusammenfällt, als Wetterheilige, die gegen Gewitter, Hagel und Dürre angerufen wurden. In dieser Rolle sind sie in der deutschen Kaiserchronik aus dem Jahr 1150 zu finden.
In der Kunst werden sie meist als römische Palastbeamte oder Ritter mit dem Richtschwert (Symbol ihres Martyriums) und der Märtyrerpalme dargestellt.
Verlinkter Artikel: https://www.erzbistum-koeln.de/news/Maertyrer_kehren_nach_Altenberg_zurueck/ Weitere Informationen auch unter www.altenberger-dom.de






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