In Wirklichkeit oft keine heile Welt: Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 soll Menschen aus aller Welt zusammenbringen. Doch während Fans gemeinsam mitfiebern, können viele Menschen in den teilnehmenden Ländern ein grundlegendes Recht nicht frei ausüben: ihren Glauben.

Darauf macht das internationale katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ aufmerksam. Laut dem aktuellen Bericht Religionsfreiheit weltweit 2025 ist die Religions- und Weltanschauungsfreiheit in 14 der 48 WM-Teilnehmerländer deutlich eingeschränkt. In drei Staaten dokumentiert die Organisation sogar religiöse Verfolgung, in elf weiteren schwere Formen der Diskriminierung.
Wo die Situation besonders kritisch ist
Besonders problematisch ist die Lage laut Bericht im Iran und in Saudi-Arabien. Dort sind religiöse Minderheiten sowie Menschen, die ihre Religion wechseln, erheblichen Risiken ausgesetzt. Ihnen drohen staatliche Strafen, Gefängnis oder in bestimmten Fällen sogar die Todesstrafe.
Auch in der Demokratischen Republik Kongo verschärfen bewaffnete Konflikte seit Jahren die Situation. Gewalt und Unsicherheit treffen dort große Teile der Bevölkerung.
In Mexiko, einem der Gastgeberländer der WM, geht die Bedrohung dagegen vor allem von Drogenkartellen und organisierter Kriminalität aus. Kirchenvertreter und Seelsorger geraten immer wieder ins Visier krimineller Gruppen.
Besonders dramatisch bleibt die Lage in Haiti. Dort kontrollieren bewaffnete Banden weite Teile des Landes. Immer wieder werden religiöse Einrichtungen behindert, Geistliche bedroht oder sogar entführt.
Zu den weiteren WM-Teilnehmern, in denen die Religionsfreiheit laut Bericht eingeschränkt ist, gehören unter anderem Marokko, Tunesien, Algerien, Jordanien, Katar, Ägypten, die Türkei und Usbekistan. Betroffen sind dort vor allem religiöse Minderheiten, die teilweise Diskriminierung oder Einschränkungen bei der Ausübung ihres Glaubens erleben.

Die deutschen Gruppengegner im Blick
Auch die Gegner der deutschen Nationalmannschaft in der Vorrunde wurden im Bericht untersucht. Für Curaçao liegen keine Angaben vor. In Ecuador sehen die Autoren keine größeren Einschränkungen der Religionsfreiheit, auch wenn sich die allgemeine Sicherheitslage zuletzt verschlechtert hat.
Die Elfenbeinküste wird dagegen als Land „unter Beobachtung“ eingestuft. Das Zusammenleben der Religionen gilt zwar überwiegend als friedlich. Gleichzeitig gewinnen radikalislamische Gruppen an Einfluss. Menschen, die vom Islam oder von traditionellen Religionen zum Christentum wechseln, können weiterhin Anfeindungen erleben. Gleichzeitig setzen sich christliche und muslimische Religionsvertreter gemeinsam für Dialog und gegen religiösen Extremismus ein.
Sport verbindet – Menschenrechte bleiben wichtig
Für Marta Petrosillo, Chefredakteurin des Berichts Religionsfreiheit weltweit, bietet die Weltmeisterschaft eine besondere Chance: „Die WM bringt Menschen aus verschiedenen Kulturen, Religionen und Nationen zusammen. Sie kann auch das Bewusstsein für die Herausforderungen stärken, mit denen Millionen Menschen bei der Ausübung ihres Glaubens konfrontiert sind.“
Gleichzeitig verweist „Kirche in Not“ auf positive Beispiele. So spielen in der Nationalmannschaft des Irak Menschen unterschiedlicher religiöser und ethnischer Herkunft gemeinsam für ihr Land. Darunter befinden sich auch Christen – obwohl ihr Anteil an der Bevölkerung inzwischen unter einem Prozent liegt.
Das Hilfswerk fordert Regierungen weltweit auf, die Religionsfreiheit stärker zu schützen. Denn unabhängig von Herkunft oder Überzeugung sollte jeder Mensch seinen Glauben frei ausüben, wechseln oder öffentlich vertreten können – ohne Angst vor Benachteiligung oder Verfolgung.







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