In Teil 2 dieses Artikels erfährst du mehr über das große Jubiläum im Movie Park Germany am 4. Juli. Wenn du Teil 1 verpasst hast, kannst du ihn hier nochmal lesen.

Film ab für den Jubiläumssommer
Ein runder Geburtstag ist für einen Freizeitpark immer auch ein Blick nach vorne. Statt sich ausschließlich auf die Vergangenheit zu konzentrieren, nutzt der Movie Park sein 30-jähriges Bestehen, um seine größte Stärke noch stärker in den Mittelpunkt zu rücken: Hollywood.
Schon beim Betreten des Parks wird deutlich, dass 2026 keine gewöhnliche Saison ist. Der Hollywood Boulevard präsentiert sich mit neuer Gestaltung, Jubiläumsdekoration und zahlreichen Anspielungen auf die 30-jährige Geschichte des Parks. Immer wieder begegnen den Gästen Elemente, die an die Warner-Bros.-Zeit erinnern, gleichzeitig wird der Blick bewusst auf die Zukunft gerichtet.
Parkdirektor Thorsten Backhaus spricht deshalb nicht von einem klassischen Geburtstagsprogramm. Vielmehr verstehe sich die Jubiläumssaison als eine neue Etappe der Marke „Hollywood in Germany“. Genau dieses Leitmotiv zieht sich wie ein roter Faden durch alle Neuheiten des Jahres.

Eine Weltpremiere mit Paramount Pictures
Die Hauptrolle übernimmt dabei eine Attraktion, auf die Freizeitparkfans mehrere Monate gewartet haben.
Mit „Journey to the Forbidden Chamber“ feierte Mitte Mai eine neue exklusive Zusammenarbeit mit Paramount Pictures ihre Premiere. Die neue Attraktion ersetzt den ehemaligen Simulator „The Lost Temple“ – allerdings handelt es sich nicht einfach um eine Modernisierung, sondern um eine neue Geschichte mit eigenem Film, neuen Kulissen und einer inszenierten Einbindung der Besucher.
Bereits der Weg durch die Attraktion fühlt sich an wie ein Rundgang durch ein echtes Filmstudio in Los Angeles. Besucher bewegen sich von Filmset zu Filmset, entdecken Requisiten, Spezialeffekte und Produktionsbereiche und werden schließlich selbst Teil einer großen Paramount-Produktion.
Das Besondere: Der zentrale Film wurde eigens für den Movie Park in den originalen Paramount Studios in Hollywood produziert. Statt vorhandenes Material zu verwenden, entschied sich der Park für eine exklusive Eigenproduktion mit deutschsprachigen Schauspielern und aufwendigen CGI-Effekten. Dadurch verschwimmen die Grenzen zwischen Freizeitparkattraktion und Filmproduktion stärker als je zuvor.
Auch technisch wurde investiert. Neue Projektionstechnik, aufwendig gestaltete Sets, moderne Multimedia-Effekte und ein vollständig neu entwickeltes Storytelling sollen das Gefühl vermitteln, tatsächlich hinter die Kulissen einer Hollywood-Produktion zu blicken. Genau das war schließlich schon 1996 die ursprüngliche Idee des Parks.

Mehr Hollywood statt mehr Achterbahnen
Interessant ist dabei vor allem eines: Der Movie Park verzichtet bewusst darauf, jedes Jahr mit der höchsten oder schnellsten Achterbahn Schlagzeilen machen zu wollen. Stattdessen investiert der Park schon seit Jahren in seine Identität. Während viele Freizeitparks auf Rekorde setzen, konzentriert sich Bottrop auf Geschichten, Kulissen und Atmosphäre. Besucher sollen nicht einfach eine Attraktion fahren, sondern selbst Hauptdarsteller eines Films werden.
Diese Strategie zieht sich inzwischen durch den gesamten Park. Bereits die preisgekrönte Movie Park Studio Tour ließ Gäste in die Welt moderner Filmproduktionen eintauchen. Mit „Journey to the Forbidden Chamber“ wird dieser Ansatz konsequent weiterentwickelt. Mit dem Ende der eigentlichen Fahrt endet das Erlebnis allerdings noch nicht. Durch den Ausgang betreten die Besucherinnen und Besucher nun ein kleines Museum, in dem sie sich Filmrequisiten anschauen, mit einem Golf Buggy virtuell durch die Paramount Studios fahren können und sich verschiedene Filmsequenzen bekannter Filme in einem kleinen Kinobereich ansehen können.

Neue Shows, mehr Unterhaltung und sieben PAW-Patrol-Helden
Zum Jubiläum investiert der Park aber nicht nur in Attraktionen. Auch das Unterhaltungsprogramm wurde erweitert. Mehrere neue Musik- und Tanzshows sorgen über den Tag verteilt für echtes Hollywood-Feeling. Dazu kommen neue Character-Auftritte sowie zusätzliche Meet-and-Greets für Familien.
Vor allem die jüngeren Besucher dürfen sich freuen: Erstmals laufen im Movie Park gleich sieben PAW-Patrol-Charaktere durch Adventure Bay. Neben Chase, Marshall, Skye und Rubble sind nun auch Zuma, Rocky und Everest regelmäßig für Fotos und Begegnungen im Park unterwegs. Nach Angaben des Parks ist das weltweit die größte PAW-Patrol-Charakterbesetzung in einem Freizeitpark.

Die große Geburtstagsparty
Der Höhepunkt des Jubiläumssommers ist im Juli. Rund um den amerikanischen Independence Day verwandelt sich der Movie Park in eine große Filmkulisse. Eine neue Jubiläumsparade mit eigens komponierter Musik zieht über den Hollywood Boulevard. Künstler, Tänzer und bekannte Filmfiguren feiern gemeinsam mit den Gästen den 30. Geburtstag des Parks. Hinzu kommen verlängerte Öffnungszeiten, zusätzliche Showeinlagen und zahlreiche Überraschungen, die den gesamten Sommer über stattfinden.
Dass der Park dabei bewusst auf amerikanisches Flair setzt, passt zur eigenen Geschichte. Schließlich war der Traum von Hollywood immer das Herzstück des Movie Parks.
Ein Sommer für Nostalgiker – und für eine neue Generation
Wer den Park bereits Ende der 1990er-Jahre besucht hat, entdeckt überall kleine Erinnerungen an die Anfangszeit. Gleichzeitig erleben Kinder heute einen völlig anderen Movie Park – mit Nickelodeon, PAW Patrol, Star Trek, moderner Studiotechnik und immersiven Filmabenteuern.
Beide Generationen verbindet jedoch derselbe Gedanke: Für einen Tag selbst Teil eines Films zu sein. Genau das macht den Movie Park auch 30 Jahre nach seiner Eröffnung zu einem der ungewöhnlichsten Freizeitparks Deutschlands. Da er sich abgegrenzt hat von einer Konkurrenz, die er nicht mehr einholen konnte …

Anders als Europa-Park und Phantasialand
Während der Europa-Park seine Gäste auf eine Reise durch Europa schickt und das Phantasialand mit immersiven Themenwelten begeistert, verfolgt der Movie Park bis heute ein Alleinstellungsmerkmal: Film ist hier nicht Dekoration – Film ist das Thema.
Jede Straße erzählt eine Geschichte. Jede Attraktion beginnt mit einer Handlung. Selbst die Wartebereiche sind oft wie Filmsets gestaltet. Natürlich gab es Zeiten, in denen dieser Anspruch kaum noch erkennbar war. Nach dem Verlust der Warner-Bros.-Lizenzen wirkte der Park auf viele Besucher orientierungslos. Manche Attraktionen passten nur noch lose zum Hollywood-Thema, Investitionen blieben aus und andere Freizeitparks zogen davon.
Heute zeigt sich jedoch ein anderes, ein besseres Bild. Auch wenn der Movie Park lange nicht finanziell mit den beiden zuvor genannten Parks konkurrieren kann, hat er sich wohl finanziell konsolidiert – da er sich spezialisiert hat. Mit der Movie Park Studio Tour, Star Trek: Operation Enterprise oder der neuen Paramount-Attraktion „Journey to the Forbidden Chamber“ setzt der Park wieder konsequent auf genau das, was ihn einst berühmt gemacht hat: das Gefühl, selbst Teil einer Filmproduktion zu sein.
Und auch wenn sich beide Attraktionen kaum mit Freizeitpark-Bahnen wie Taron im Phantasialand, Voltron im Europa-Park oder beliebten Darkrides in den größeren Parks vergleichen sollen, so ist eine Entwicklung erkennbar – und das ist das positive Zwischenfazit nach 30 Jahren. Es geht nicht nur weiter, sondern auch besser und gezielter als in den Vorjahren.

Erfolg lässt sich nicht nur an Besucherzahlen messen
Zweifelsohne: Natürlich bleibt der Wettbewerb hart. Der Europa-Park empfängt inzwischen deutlich über sechs Millionen Gäste pro Jahr. Auch das Phantasialand investiert regelmäßig hohe Summen in neue Themenwelten. Der Movie Park bewegt sich dagegen auf einem deutlich kleineren Niveau.
Und dennoch hat sich der Park seinen festen Platz in der deutschen Freizeitparklandschaft erarbeitet. Das Halloween Horror Festival gehört inzwischen zu den renommiertesten Halloween-Events Europas. Mit „Hollywood Christmas“ hat der Park erstmals auch im Winter geöffnet und erschließt damit eine völlig neue Zielgruppe. Gleichzeitig entstehen kontinuierlich neue Shows, Veranstaltungen und saisonale Erlebnisse, die Besucher immer wieder zurückkehren lassen.
Was dem Freizeitpark eindeutig fehlt und sein Portfolio, seine Geschichte und strategische Ausrichtung komplettieren würde, wäre ein aufwendig gestalteter Darkride. Diese gemächlichen Themenfahrten mit liebevoller Gestaltung und Animatronics sind vergleichsweise teuer für die Beliebtheit und Anerkennung, die sie im Gegenzug erfahren. Dennoch ist auch hier der Branchentrend eindeutig: Wachsende Freizeitparks – oder jene, die dieses Image nach außen verkörpern möchten – brauchen, ja sogar müssen, irgendwann einen ansprechenden Darkride in ihrem eigenen Portfolio besitzen.
Das zeigen erst kürzlich das Plopsaland Deutschland, das nach der Umbenennung des Holiday Parks mit der Attraktion “Die Schlümpfe Abenteuer” ein ernsthaftes Ausrufezeichen an alle Mitstreiter setzte. Das niederländische Toverland wird 2028 einen neuen Darkride direkt am Eingang eröffnen. Der Europa-Park hat verschiedene Darkrides in den vergangenen Jahren neu thematisiert oder komplett neu errichtet und das Phantasialand hat endlich Platz für einen solchen, nachdem die Hollywood Tour – und womöglich bald schon die Geister Rikscha, das letzte Überbleibsel des verstorbenen Mitgründers Richard Schmidt – der Vergangenheit angehören.
Die Strategie des Movie Parks scheint klar: Nicht jede Neuheit muss spektakulärer sein als die des Wettbewerbs. Entscheidend ist, dass sie zur Geschichte des Parks passt. Da wäre ein Darkride aus realistisches Sicht ein zu teures Unterfangen. Und auch eines, das nicht den gleichen Aufbruchcharakter hätte wie die zuvor genannten Freizeitparks es für sich derzeit proklamieren. Denn Aufbruch gab es gefühlt in der Geschichte des Movie Parks schon immer: Umbruch, würden andere dazu sagen.

Hollywood lebt weiter
Vielleicht ist genau das die größte Überraschung dieser 30-jährigen Geschichte. Mehrfach schien das Hollywood-Abenteuer in Bottrop vor dem Aus zu stehen. Besitzer wechselten, bekannte Figuren verschwanden, wirtschaftliche Krisen stellten den Park immer wieder vor große Herausforderungen. Doch anstatt aufzugeben, erfand sich der Movie Park immer wieder neu.
Heute profitiert er von der Zugehörigkeit zur internationalen Freizeitparkgruppe Parques Reunidos, deren langfristige Investitionsstrategie dem Standort Planungssicherheit gibt. Gleichzeitig konzentriert sich das Team vor Ort konsequent auf seine eigene Identität – und nicht darauf, andere Freizeitparks zu kopieren.
Wie sieht der Movie Park in 30 Jahren, also im Jahr 2056 aus? Darauf kennt heute niemand die Antwort! Und beim Movie Park erst recht keiner. Fest steht jedoch: In kleinen Schritten erarbeitet sich der Movie Park auf der Grundlage seiner Planungssicherheit seine Individualität. Das macht ihn nicht einfach austauschbar, ein großes Plus in der Welt der verschiedenen Freizeitparks. Die Strategie des Movie Parks scheint aufzugehen:
Denn kaum ein anderer Freizeitpark verbindet seit drei Jahrzehnten Technik, Geschichten und Unterhaltung so konsequent mit der Welt des Films. Genau diese Verbindung dürfte in Zukunft wichtiger werden als die Frage, welche Achterbahn fünf Meter höher oder zehn Stundenkilometer schneller ist. Nach 30 Jahren ist der Movie Park deshalb ein Stück Freizeitparkgeschichte. Ein Ort, an dem Generationen ihre Sommerferien verbracht haben. Und vielleicht der Beweis dafür, dass gute Geschichten niemals aus der Mode kommen – weder im Kino noch auf dem Hollywood Boulevard mitten im Ruhrgebiet.







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