Wer schon einmal einen Wasserpark besucht hat, hat meistens schnell genug davon: Besuchermassen, die zu den höchsten Rutschen pilgern. Schrammen, Verletzungen und Zusammenstöße – und noch dazu ziemlich kaltes Wasser, in das man nach 30 Minuten trocknen wieder hineinrutscht. Rulantica macht es anders und setzt damit in der Wasserpark-Branche ein Zeichen. Was ist das große Erfolgsrezept von Rulantica? Ein paar Annäherungen und Vermutungen.

Velkommen til Rulantica
Wer kennt das nicht: An einem heißen Sommerpark füllen sich die Schwimmbäder bis zum Rand. Liegen sind Mangelware. Toiletten und Duschen überfüllt. Schlechte Laune schon nach dem Eintritt vorprogrammiert. In den meisten Wasserparks ist das ähnlich. Der Besuch fühlt sich an wie ein Wettrennen.
Kaum hat man die Umkleide verlassen, wandert der Blick schon zur höchsten Rutsche. Dann zur zweithöchsten. Dann zur nächsten. Überall locken Rekorde, steile Abfahrten und das Versprechen, noch ein kleines bisschen mehr Adrenalin aus dem Tag herauszuholen – wenn man sich beeilt, ansteht und weiter rennt.
Rulantica fühlt sich anders an: Natürlich gibt es auch hier gewaltige Rutschentürme, tosende Wellen und wilde Strömungen. Doch schon nach wenigen Minuten merkt man, dass die nordische Wasserwelt einem anderen Rhythmus folgt. Weniger Hektik. Mehr Entdecken. Weniger Abarbeiten. Mehr Erleben. Fast so, als würde man nicht durch einen Wasserpark laufen, sondern durch eine kleine Inselwelt: irgendwo zwischen Fjorden, Mythen und Abenteuern.

Eventyr hinter jeder Ecke
Denn ein Besuch zeigt schnell: Die schönsten Orte in Rulantica stehen oft nicht auf dem Parkplan. Natürlich kennt jeder Vinter Rytt oder die großen Rutschentürme. Doch die eigentlichen Schätze verstecken sich oft zwischen den Attraktionen. Hinter einem Wasserfall. Neben einer Lagune. Zwischen Felsen, die aussehen, als wären sie direkt aus einer nordischen Sage gefallen.
Mal entdeckt man einen stillen Aussichtspunkt. Mal einen kleinen Wasserlauf. Mal eine Ecke, in der plötzlich alles etwas ruhiger wird. Rulantica versteht etwas, das viele Freizeitwelten vergessen haben: Menschen lieben es, Dinge selbst zu entdecken. Und zu entdecken gibt es einiges.

Skog: Wo die Zeit langsamer fließt
Skog bedeutet Wald. Und genau so fühlt sich die Skog-Lagune an. Zwischen moosgrünen Pflanzen, dunklen Felsen und rauschenden Wasserfällen scheint die Zeit plötzlich langsamer zu vergehen. Während anderswo Menschen zur nächsten Attraktion aufbrechen, bleiben viele hier einfach stehen. Oder besser gesagt: liegen.
Im warmen Wasser. Mit Blick auf die Felsen. Mit einem Getränk in der Hand, das noch dazu nicht ins Wasser auslaufen kann, während irgendwo im Hintergrund leise Musik erklingt. Vielleicht ist genau das der Grund, warum viele Stammgäste diesen Bereich mehr lieben als manche Großattraktion – denn Wasserpark heute ist ein Erlebnis, das weit über Adrenalin und Getriebensein hinausgeht.

Snorris kleine Welt
Dann gibt es da Snorri. Den kleinen Kraken kennt mittlerweile fast jeder Besucher. Doch seine eigentliche Aufgabe besteht nicht darin, Kinder zu unterhalten. Er macht etwas viel Clevereres.
Er verbindet die gesamte Wasserwelt miteinander. Mal begegnet er einem auf einer Leinwand. Mal versteckt er sich zwischen Felsen. Mal sorgt er dafür, dass plötzlich ein Schwall Wasser von oben kommt. Snorri ist überall. Und irgendwann merkt man: Ohne ihn würde sich Rulantica deutlich weniger lebendig und witzig anfühlen.
Wer in seine Welt hineintritt und bei “Snorris Saga” den gemächlichen Fluss entlangtreibt, sieht eine Welt aus Farben, Pflanzen, Steinen mit Gesichtern, Geschichten. Er spürt in der Nase den Duft von Pflanzen. Er hört die schwimmenden Geräusche von Snorri und den Bewohnern von Rulantica. Er geht auf eine Reise der Sinne – und kann am Ende einfach noch eine Runde fahren, ohne sich wieder anzustellen.

Vildstrøm und die Kunst des Treibenlassens
Treiben lassen ist auch das Erfolgsrezept der nächsten Rutsche, die sich nur einige Meter später verbirgt. Etwas versteckt, eine Treppe muss man nach oben steigen, ehe man einem Wasserstrom begegnet. Und der Name verrät bereits, worum es geht: Vildstrøm. Wilder Strom.
Doch wie so vieles in Rulantica ist auch diese Attraktion mehr als das, was sie auf den ersten Blick zu sein scheint. Ja, die Strömung beschleunigt. Es wird spritzig und man wird ordentlich durchgeschüttelt. Doch anschließend folgt wieder Ruhe. Dann wieder Bewegung. Dann wieder Entspannung. Fast wie ein kleiner Fluss in der Natur, der sich seinen Weg durch eine nordische Landschaft bahnt.
Der wahre Luxus hat keine Warteschlange
Ob Europa-Park-Inhaber Roland Mack einen Wasserpark ohne Wartezeiten gut findet, darf man bezweifeln. Schließlich ist ein solcher Wasserpark auch mit erheblichen Kosten verbunden. Stromkosten, Löhne und Lebensmittelpreise sind in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. Gleichzeitig entscheiden sich Besucher kostenbewusster als in den Vorjahren und wollen “für ihr Geld auch was erleben”.

Rulantica hat dafür die idealen Bereiche geschaffen, genau wie im Europa-Park. Im Freizeitpark gibt es neben den zahlreichen Achterbahnen und Thrill-Attraktionen auch liebevoll gestaltete Dark-Rides, die zwar kostenintensiv sind, aber nur eine geringe Wartezeit verheißen. So ist selbst ein voller Freizeitpark kein Problem für einen Besucher, der sofort eine Attraktion fahren möchte. In Rulantica heißen diese Attraktionen zum Beispiel Tønnevirvel. Die Attraktion ist übernacht, kann somit im Winter und im Sommer genutzt werden und hat im Durchschnitt weit weniger als fünf Minuten Wartezeit. Ähnliches verspricht der Vildstrøm, genau wie Snorris Saga. Alle drei Rutschen-Attraktionen können schnell und direkt genutzt werden, und verheißen trotzdem Thrill, Abwechslung und Vielfalt.

Rulantica schafft es dadurch, ein unbewusstes Knowledge für seine Stammgäste zu schaffen: Denn erfahrene Gäste laufen nicht mehr der Masse zu den schnellen Rutschen hinterher. Sie bevorzugen die Orte dazwischen. Die Plätze ohne Warteschlange. Die stillen Wasserflächen. Die versteckten Buchten. Die Bereiche, in denen man einfach nur sein kann. Und nutzen die schnellen Rutschen dann, wenn die anderen essen oder sich schon in die Duschen verabschiedet haben. Gleichzeitig bewahrt sich der Wasserpark seiner Exklusivität – denn selbst mit den teuersten Jahreskarten für das Europa-Park-Resort sind nur drei Eintritte in Rulantica kostenfrei inkludiert.
Rulantica denkt wie ein Inselreich
Wer in Rulantica genau hinsieht, erkennt ein spannendes Muster: Die Wasserwelt wurde nicht wie ein klassisches Schwimmbad gebaut. Sie wurde auch nicht wie ein gewöhnlicher Wasserpark geplant. Sie funktioniert eher wie ein kleines Inselreich.

Jeder Bereich besitzt seinen eigenen Charakter. Jede Lagune erzählt ihre eigene Geschichte. Jeder Felsen scheint Teil einer größeren Welt zu sein. Dadurch fühlt sich ein Spaziergang durch Rulantica oft wie eine kleine Reise an. Nicht unbedingt extrem groß. Nicht spektakulär. Aber überraschend stimmungsvoll. Erst recht, wenn es im Tagesverlauf dunkler wird …
Wenn die Sonne langsam untergeht
Besonders deutlich wird das Ambiente von Rulantica nämlich in den Abendstunden. Dann färbt sich das Licht golden. Die Wasseroberflächen spiegeln die letzten Sonnenstrahlen. Über den Außenbereichen liegt plötzlich eine fast schon magische Stimmung.
Die moderne Musik mit DJ versummt. Die Zielgruppen ändern sich. Thrill ist nun nicht mehr angesagt, eher Ausklang und Magie – Wer jetzt durch die Lagunen schwimmt oder durch Snorris Saga treibt, erlebt eine völlig andere Wasserwelt als am Vormittag. Ruhiger. Gelassener. Fast ein wenig verträumt.

Das eigentliche Geheimnis
Vielleicht liegt genau hier das große Geheimnis von Rulantica. Die Wasserwelt möchte ihre Besucher nicht von Attraktion zu Attraktion treiben. Sie möchte, dass sie bleiben. Noch eine Runde durch Snorris Saga. Noch ein Blick auf die Wasserfälle. Noch ein paar Minuten in der Skog-Lagune.
Noch einmal durch die nordische Inselwelt treiben. Dazu mit bewusster Fokussierung auf die Zielgruppen (die natürlich auch zahlen, schließlich ist und bleibt eine finanzielle Konsolidierung des Wasserparks unternehmerisch eine wichtige Priorität).
Und ehe man sich versieht, ist der Tag vorbei. Nicht unbedingt, weil man alles geschafft hat. Sondern, weil man gar nicht mehr weg wollte.







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