Jedes Jahr feiern wir Silvester, allerdings stellen wir uns selten die Frage, wer er war, wann er gelebt hat und wieso er ein Heiliger ist. Silvester I. war von 314 bis 335 Papst; über sein frühes Leben ist nur wenig bekannt. Laut Papstbuch (Liber pontificalis) stammt er aus einer römischen Familie und war vor seiner Wahl zum Papst Presbyter.

Während seiner Amtszeit war das wichtigste Ereignis das Konzil von Nicäa im Jahr 325. Silvester war nicht persönlich beim Konzil anwesend, schickte aber zwei Vertreter. Das Ziel des Konzils war es für alle Christen eine gemeinsame Glaubensgrundlage zu definieren und einheitliche Daten für das Feiern von Weihnachten und Ostern festzulegen. Alle wurden sich bis auf das Datum der Osterfeier einig.
Einsatz für den rechten Glauben
Ein weiterer ausschlaggebender Beschluss war die Einstufung des Arianismus. Eine Glaubensrichtung, benannt nach Priester Arius, laut derer Jesus weder Gott noch dessen Sohn ist, und somit nicht gottesgleich ist; diese Glaubensrichtung wurde als häretisch eingestuft. Das Konzil bestätigte den auch heute gültigen Grundsatz der Heiligen Dreifaltigkeit, somit war sich die Christenheit im Glaubensgrundsatz einig. Silvester I. setzte sich für den rechten Glauben ein und bekämpfte den Arianismus.
Silvester I. und Konstantin der Große, eine Tauflegende
Um Streitigkeiten innerhalb der Kirche zu beenden, wurde Kaiser Konstantin der Große (280-337) zum Konzil geladen. Neben einer vermittelnden Rolle hat er bereits zuvor einen Beitrag zum Ende der Christenverfolgung geleistet, indem er mit dem Toleranzedikt von 313 den Christen die Religionsfreiheit im Römischen Reich garantierte.
337 wollte Konstantin der Große sich im Jordan taufen lassen, musste allerdings wegen Krankheit nach Nicomedia (unweit von Konstantinopel) zurückkehren. Dort wurde er im selben Jahr kurz vor seinem Tod getauft. Der Legende nach wurde die Taufe von Papst Silvester I. durchgeführt. Darüber hinaus soll Silvester I. auf wundersame Weise Konstantins Lepraerkrankung geheilt haben. Beides wird als Legende bezeichnet, aber zahlreiche historische Quellen berichten von der Taufe, vielleicht ist es also wirklich geschehen.
Für die Taufe und Heilung erhielt Silvester I. die Konstantinische Schenkung und wurde daraufhin heiliggesprochen. Heute ist uns bekannt, dass es die Konstantinische Schenkung nicht gegeben hat und es sich hierbei um eine Fälschung aus dem 8. Jahrhundert handelt. Historisch gesehen ist diese Schenkung eine der größten Fälschungen der Weltgeschichte. Sie bekräftigt den Papst als Oberhaupt der Katholischen Kirche und erachtet Rom als Zentrum der Katholischen Kirche. Die große Lüge hierbei ist die Behauptung, dass Kaiser Konstantin Silvester I. die Herrschaft über das gesamte weströmische Reich zugesprochen hätte.

Taufe und Heilung Konstantins
Erinnerung bis heute
Es lässt sich sagen, dass Silvester I. an einigen sehr interessanten Ereignissen beteiligt war und wir ihm bis heute jedes Jahr am 31. Dezember gedenken. Die Taufe und Heilung Konstantins des Großen sind im Hinblick auf seine Person die wichtigsten Gedenkgründe. Tatsächlich ist er bei Weitem nicht der einzige Heilige, der einen Gedenktag hat, denn jeder Heilige hat einen Gedenktag. Vor allem im Mittelalter wurde zahlreichen Heiligen gedacht und viele Tage wurden nach ihnen benannt. Manchen wurden nur regional verehrt und zahlreiche Heilige gerieten nach und nach in Vergessenheit. Einiger Weniger wie St. Silvester oder St. Martin wird auch heute noch regelmäßig gedacht.
Man braucht nicht weit zu schauen und hinter einem für uns alltäglichen Namen kann sich eine faszinierende Geschichte verbergen.

Petersdom im Vatikan






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