In den vergangenen Monaten haben wir immer wieder über Christen berichtet, die unter Krieg, Gewalt oder religiöser Verfolgung leiden. Über Gemeinden in der Ukraine, die trotz des anhaltenden Krieges nicht aufgeben. Über Familien im Libanon, die zwischen militärischen Konflikten und wirtschaftlicher Not um ihre Zukunft kämpfen. Über Priester in Nigeria, die trotz Entführungen und Terror bei ihren Gemeinden bleiben. Und über Millionen Menschen, deren Recht auf Religionsfreiheit weltweit immer stärker unter Druck gerät.

Aber: Kann Hilfe in solchen Situationen voller Kriege und Konflikte überhaupt etwas verändern?
Der jetzt veröffentlichte Jahresbericht des internationalen katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“ gibt darauf eine beeindruckende Antwort. Allein im Jahr 2025 konnten weltweit 5368 Hilfsprojekte in 141 Ländern finanziert werden. Möglich wurde das durch Spenden in Höhe von 145,8 Millionen Euro – und damit durch Menschen, die beschlossen haben, Not nicht einfach hinzunehmen.
Hinter jeder Zahl stehen konkrete Menschen
Die Zahlen des Jahresberichts wirken zunächst abstrakt. Doch hinter jedem Projekt stehen Menschen, deren Alltag sich dadurch verändert hat.
In der Ukraine half „Kirche in Not“ Kirchengemeinden dabei, auch nach vier Jahren Krieg weiter für die Menschen da zu sein. Gemeinden wurden zu Orten der Hoffnung, an denen Menschen Lebensmittel, seelsorgliche Begleitung und ein Stück Normalität fanden.
Im Libanon unterstützte das Hilfswerk Kirchen, die inmitten politischer Instabilität und militärischer Auseinandersetzungen oft die einzigen funktionierenden Anlaufstellen für die Bevölkerung geblieben sind.
In Nigeria, wo Priester und Gläubige immer wieder Opfer islamistischer Gewalt und von Entführungen werden, ermöglicht die Hilfe Ausbildung, Seelsorge und den Fortbestand kirchlichen Lebens – trotz permanenter Bedrohung.

Die Kirche bleibt, wenn andere längst gegangen sind
Gerade in Krisenregionen zeigt sich immer wieder eine Erfahrung, über die wir in den vergangenen Monaten mehrfach berichtet haben: Während viele staatliche Strukturen zusammenbrechen, bleiben Kirchengemeinden häufig die letzten Orte, an denen Menschen Hilfe, Gemeinschaft und Hoffnung finden.
„Unsere Wohltäter machen konkrete Hilfe für die Kirche dort möglich, wo Menschen unter Krieg, Verfolgung, Armut oder gesellschaftlicher Ausgrenzung leiden“, sagt Regina Lynch, geschäftsführende Präsidentin von „Kirche in Not“. Oft sei die Kirche dort „die letzte verlässliche Struktur“, die den Menschen geblieben ist.
Hilfe, die weit über Nothilfe hinausgeht
Die Unterstützung endet dabei nicht bei Lebensmitteln oder finanzieller Soforthilfe. Mehr als 13.000 Seminaristen konnten im vergangenen Jahr ihre Ausbildung fortsetzen. Rund 20.000 Ordensschwestern erhielten Unterstützung für ihre Arbeit in Schulen, Krankenhäusern und sozialen Einrichtungen.
Fast 1,9 Millionen Mess-Stipendien – so viele wie noch nie – halfen Priestern weltweit, ihren Lebensunterhalt zu sichern und ihre Gemeinden weiterhin zu begleiten.
Hinzu kamen der Bau und die Renovierung von Kirchen, die Ausbildung von Katecheten sowie die Verteilung von mehr als einer halben Million religiöser Bücher – darunter über 111.000 Bibeln und mehr als 214.000 Exemplare des Jugendkatechismus YOUCAT.
Aus Geschichten werden Ergebnisse
Wer unsere Berichte regelmäßig liest, kennt viele der Krisenregionen bereits. Der Jahresbericht zeigt nun, dass diese Geschichten nicht folgenlos geblieben sind. Hinter den Zahlen stehen tausende Gemeinden, Priester, Ordensschwestern und Familien, die durch die Unterstützung neue Hoffnung schöpfen konnten.
Oder anders gesagt: Aus Spenden wurden Schulen, Kirchen, Bibeln, Ausbildungsplätze, seelsorgliche Begleitung – und für viele Menschen die Gewissheit, in ihrer Not nicht allein zu sein.






Ein zweites Leben für Bären und Wölfe: Wie ein Tierpark im Schwarzwald missbrauchten Wildtieren ihre Würde zurückgibt
Schreibe einen Kommentar