Einkaufen, Windeln wechseln, das eigene Kind kennenlernen: In den ersten Wochen und Monaten nach der Geburt ist der Vater besonders gefragt. Mit der richtigen Herangehensweise kann man in dieser besonderen Zeit zur echten Unterstützung für Mutter und Baby werden und nachhaltig zum gelungenen Zusammenleben der Familie beitragen.

Die Phase nach der Geburt eines Kindes ist eine Zeit der Umstellung für die Familie als Ganzes sowie für jedes einzelne Familienmitglied. Das Leben als Familie ordnet sich komplett neu und die Eltern müssen Schritt für Schritt in ihre neuen Rollen hineinwachsen. Für den frischgebackenen Vater gilt es, die Mutter zu unterstützen, eine Beziehung zum Neugeborenen aufzubauen und sich selbst erst einmal ein wenig zurückzustellen.
Um den Einstieg in die Papa-Rolle zu erleichtern, findet ihr im folgenden neun kleine Tipps und Anregungen für die Zeit nach der Geburt. Dabei bleibt zu bedenken, dass jede Familiensituation individuell ist und nicht jeder Tipp für jeden Vater von gleicher Bedeutung ist. Teilt also gerne auch eure Erfahrungen und Tipps in den Kommentaren!
1. Erwartungshaltung
Die erste Umstellung für den Vater beginnt bereits vor der Geburt im Kopf. Die Geisteshaltung, mit welcher man in die neue Lebensphase eingeht, ist entscheidend. Was bedeutet es für mein Leben, Verantwortung für ein Kind und eine eigene Familie zu übernehmen?
Wenn man sich schon im Vorhinein klar macht, dass die Geburt des Kindes einen großen Einschnitt darstellt, der auch persönlichen Verzicht mit sich bringt, erspart man sich eine Menge Frust und Enttäuschungen.
2. Vorbereitungen treffen
Neben der innerlichen ist natürlich auch eine äußerliche Vorbereitung vonnöten. Ist alles für das Baby vorbereitet? Sind alle Produkte zum Wickeln vorhanden? Wie steht es um die Essensvorräte? Da für die Mutter die letzten Schwangerschaftswochen sehr anstrengend sein können, ist hier der Vater gefragt, für ausreichend Vorräte zu sorgen.
3. Einkäufe und Haushalt übernehmen
Das gilt natürlich auch für die Phase direkt nach der Geburt, die nicht umsonst als Wochenbett bezeichnet wird. Um die Mutter zu entlasten und ihr wenigstens etwas Erholung zu verschaffen, kann der frischgebackene Vater Einkäufe und Aufgaben im Haushalt übernehmen. Dabei sollten die Einkäufe möglichst vorausschauend geplant werden, sodass man nicht jeden Tag in den Supermarkt oder zur Drogerie muss – Zeit ist kostbar!
4. Windeln, Fläschchen, Einschlafhilfe
Auch im direkten Umgang mit dem Neugeborenen kann und sollte der Vater sofort mithelfen. Keine Angst vorm Windelwechseln! Das ist ganz schnell gelernt und wird somit noch schneller zur Routine. Falls das Baby Milch aus Fläschchen bekommt, kann der Vater natürlich auch hier assistieren.
Wichtig ist auch, beim Einschlafen zu helfen. Gerade direkt nach der Geburt kennt das Baby noch keinen Tag-Nacht-Rhythmus und muss in der Regel auch nachts alle paar Stunden wieder zum Einschlafen gebracht werden. Diese erschöpfende Aufgabe sollte nicht nur von einem Partner alleine getragen werden.
5. Zeit mit dem Baby genießen und eine Beziehung aufbauen
All die Tipps aus Nummer 4 helfen enorm dabei, eine Beziehung zum eigenen Kind aufzubauen und den kleinen Menschen von Beginn an mit all seinen Eigenheiten kennenzulernen. Hat man diese ‚Basics‘ erst einmal verinnerlicht, fällt es leichter, die Zeit mit Baby zu genießen. So kann ein Spaziergang mit Kinderwagen trotz eigener Müdigkeit zu einer wunderbaren Erfahrung werden, die obendrein noch die Mutter für ein bis zwei Stunden entlasten kann.
6. Sich selbst zurücknehmen
Man sollte sich die Frage stellen: Was ist wirklich wichtig nach der Geburt und was kann warten? Hier gilt es, Verantwortung für die neue Situation zu übernehmen und sich selbst ein wenig zurückzustellen. Ein Baby erfordert mehr als die Arbeit von nur einer Person. Da können die meisten Freizeitbeschäftigungen erst einmal warten.
Vielleicht hilft dieses Sich-Zurücknehmen sogar dabei, herauszufinden, für welche Angewohnheiten auch dauerhaft kein Platz mehr im eigenen Leben ist.
7. Kleine Aufmerksamkeiten
Da die Phase nach der Geburt für alle Beteiligten sehr anstrengend sein kann, sollte man das Zwischenmenschliche nicht aus den Augen verlieren. Hier kann schon die eine oder andere kleine Aufmerksamkeit für den Partner viel bewirkten, wie zum Beispiel das Kochen des Lieblingsessens.
8. Hilfe suchen und das eigene Netzwerk nutzen
Natürlich ist auch für den Papa die Zeit nach der Geburt nicht einfach und das Übernehmen neuer Aufgaben kostet Kraft. Sich bei Bedarf Hilfe zu suchen, ist äußerst sinnvoll. Hilfsangebote aus dem familiären Umfeld oder dem Freundeskreis sollte man nicht unterschätzen. Schon ein einziger übernommener Einkauf, einmal Wäsche waschen oder eine kurze Fahrt mit dem Kinderwagen kann den Eltern eine echte Verschnaufpause verschaffen.
9. Balance bewahren
Und so gilt es natürlich auch für die Väter, möglichst die Balance zu bewahren. Aufgaben müssen am Ende nach Kräften aufgeteilt werden. Dass man für die ersten Wochen und Monate nach der Geburt als Papa erst einmal mehr übernimmt, dient dem Wohlbefinden der ganzen Familie. Auf längere Sicht muss aber natürlich auch Ausgleich geschaffen werden. Hier sind, wie bei allen Punkten, individuelle und vor allem gemeinsame Lösungen wichtig. Die Eltern sollten bezüglich der Aufgabenverteilung und Arbeitsbelastung immer miteinander im Gespräch bleiben. Familie funktioniert nur gemeinsam, wenn alle ihren Beitrag leisten und auch bereit sind, für andere etwas zu tun oder zu lassen.






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