Nach den schönen zehn Tagen auf den Inseln Thailands ging es für uns weiter nach Sri Lanka. Schon bei der Planung der Tage dort wurde uns bewusst, dass Sri Lanka wahrscheinlich das teuerste Land unserer Reise werden würde. Wir wussten jedoch noch nicht, dass es auch eines der freundlichsten und schönsten Länder sein würde.

Andere Länder, andere Sitten
Unsere Reisezeit im wunderschönen Sri Lanka begann in der Hauptstadt Colombo, durch die wir allerdings nur durchgefahren sind. Wir konnten keine Großstadt mehr sehen und machten uns deswegen direkt auf den Weg ins Landesinnere. In Colombo buchten wir also einen Zug nach Kandy. Und da uns einer der Mitarbeiter an der Zugstation so sympathisch war, buchten wir dort auch gleich fünf Nächte Unterkunft und einen privaten Fahrer mit, der uns die nächsten sieben Tage hinbringen würde, wo wir wollen.
Als wir dann am Bahngleis auf den Zug warteten, zahlte sich die Buchung auch so gleich aus. Es war unglaublich voll. Der Mann, bei dem wir gebucht hatten, brachte uns jedoch an den richtigen Ort und sagte uns, wir sollen ihm und seinem Freund folgen, sobald der Zug einfährt. Leichter gesagt, als getan. In dem Zug nach Kandy waren keine Sitzreservierungen möglich gewesen. Jeder hoffte auf einen der wenigen Sitzplätze, um die drei Stunden Fahrt nicht stehend verbringen zu müssen. Sobald der Zug eingefahren ist, machten sich Passagiere auf beiden Gleisseiten zum Einstieg bereit. Wobei Einstieg eigentlich das falsche Wort ist.
Während der Einfahrt liefen Männer von allen Seiten los und sprangen einfach durch die offenen Türen auf den fahrenden Zug auf. Da Yannick und ich darauf nicht vorbereitet waren, konnten wir nicht so schnell reagieren. Wir waren also die letzten, die ruhig in den Zug stiegen. Glücklicherweise hatten unser Reiseanbieter und dessen Freund zwei Plätze für uns ergattert, die sie uns überließen. Wir durften also unsere Zugfahrt durch Sri Lankas wunderschöne Täler sitzend verbringen.
Kandy und die ersten Erkundungstouren
In Kandy angekommen, starteten wir unsere Zeit erst einmal mit ein bisschen Sightseeing, bevor wir am nächsten Tag auch schon von unserem Fahrer nach Dambulla gebracht wurden. Dambulla liegt ein wenig nördlich von Kandy und ist bekannt für seine Höhlentempel, die von Mönchen wunderschön bemalt und verziert wurden. Unserem Geschmack nach war es in den Höhlen allerdings etwas dunkel und viel zu überlaufen von Touristen.
Viel besser gefielen uns der Aluvihara Tempel, den wir auf dem Rückweg besuchten. Auch hier sind schöne, kleine bemalte Höhlen. Es gibt Zeichnungen über Karma und die Hölle des Buddhismus. Ein sehr interessanter Einblick in die Religion. Außerdem kann man dort auf einen kleinen Turm steigen und die wunderschöne Aussicht genießen. Ein weiterer Pluspunkt: Wir waren dort die einzigen Touristen zwischen vielen Einheimischen, die uns alle sehr freundlich anlächelten und grüßten.
Highlight des Tagesausflugs war für mich allerdings keiner der Tempel, sondern der Abstecher in den Herb & Spice Garden. Der Garten ist staatlich geführt, daher ist der Eintritt kostenlos. Wir wurden etwa eine halbe Stunde von einem Heilpraktiker, der außerdem auch Deutsch sprechen konnte, durch den Garten geführt und erhielten allerlei neue Einblicke. Zuvor hatte ich beispielsweise noch nie gesehen, wie Zimt oder Pfeffer wachsen. Ich wusste nicht, dass es rote Ananas und rote Bananen gibt, geschweige denn hatte ich eine Ahnung, welches Gewächs bei welchen Krankheiten angewendet werden kann. Sehr interessant.
Es kommt anders, als man denkt …
Am nächsten Tag wurde uns ein neuer Fahrer zugeteilt und wir verließen Kandy. Nicht jedoch ohne uns eine traditionelle Holzschnitzerei anzusehen, einmal ein traditionelles Gewand anzuprobieren und durch den wunderschönen botanischen Garten zu schlendern.

Auf unserem Weg nach Nuwara Eliya verbrachten wir dann auch noch eine Nacht am Adams Peak, dem heiligsten Berg in Sri Lanka. Es heißt, auf der Spitze des Berges sei der Fußabdruck Buddhas, der jährlich viele Pilger anlockt. Den Aufstieg auf den Berg sollte man bei Nacht mit Taschenlampenlicht beginnen, um den Sonnenaufgang auf der Spitze erleben zu können. Wir freuten uns unheimlich auf den Aufstieg, der leider nicht stattfand. Denn wie das Schicksal es wollte, hatten mir die Klimaanlagen mal wieder zugesetzt und fesselten mich in der Nacht des geplanten Aufstiegs mit Fieber ans Bett. Der schwierige Aufstieg von fünf Kilometern mit vielen tausend Stufen war also leider nicht machbar.
Trotzdem musste es am nächsten Tag weitergehen. Wir fuhren also weiter Richtung Nuwara Eliya. Die Straße dorthin führt an Bergen vorbei, um Täler herum und gab uns eine wunderschöne Sicht auf die Natur Sri Lankas. Leider ist die Straße aber auch so schmal, dass zwei fahrende Autos nicht nebeneinander passen. Nicht sehr überraschend also, dass man dort ab und an mal im Stau steht. In unserem Fall war vom Unwetter ein Baum auf die enge Straße gefallen, hatte ein Tuk Tuk unter sich begraben und die Stromversorgung des kleinen Dorfes abgekappt. Da keine Feuerwehr oder ähnliches es auf den Straßen zum Unfallort schaffen konnte, versuchten die Einwohner den riesigen Baum mit ihren kleinen Hacken zu zerlegen und wegzuschaffen, was ihnen nach drei Stunden im Regen auch gelang.
Eine kleine Auszeit in Ella
Als wir endlich in Nuwara Eliya ankamen, lernten wir, dass es auch in Sri Lanka sehr kalt sein kann. Gerade im Inneren des Landes und ab einer gewissen Höhenlage reichen leider dünne Klamotten nicht mehr aus. Falls ihr also einmal nach Sri Lanka kommt und ins Landesinnere fahrt, packt am besten auch etwas Wärmeres ein.
Als wir am nächsten Tag Nuwara Eliya schon wieder verließen, ging es erneut in wärmere Regionen. Mit dem Zug fuhren wir die Strecke bis nach Ella, die für ihre wunderschöne Aussicht bekannt ist. Wieder zeigte Sri Lanka uns seine wunderschöne Natur. Wir hatten zwar schlechte Sitzplätze mit einem winzigen Teil vom Fenster, doch am Ende der Strecke setzten wir uns in eine der offenen Zugtüren und genossen den Ausblick über die Täler des Landes. In Ella angekommen, fanden wir einen kleinen, touristischen Ort vor. Die kleine Hauptstraße ist gezäumt von Restaurants und Bars und lädt zum abendlichen Schlendern ein. Hier konnten wir uns für zwei Tage einmal richtig erholen und es uns gut gehen lassen.
Doch natürlich durfte auch dieser Halt nicht ohne Action vergehen. Da wir ja leider den richtigen Adams Peak nicht besteigen konnten, entschieden wir uns dafür wenigstens den Little Adams Peak in Ella hinaufzulaufen. Wie der Name schon sagt, ist dieser Berg natürlich um einiges kleiner als sein großer Namensbruder. Doch auch der „kleine“ Adams Peak hatte es in sich. Die große Anstrengung in der Hitze zahlte sich jedoch mehr als aus. Die Aussicht auf wunderschöne Landschaften von dort oben ist wirklich besonders.
Ein kleiner Zwischenvorfall
So schön es in Ella auch war, verließen wir auch diesen schönen Fleck nach kurzer Zeit wieder. Da die Versprechungen der Railway-Agentur nicht der Wahrheit entsprachen, entschieden wir uns, die Tour mit unserem Fahrer einen Tag kürzer zu halten und ließen uns direkt von Ella nach Galle fahren, einer Stadt am Strand im Süden Sri Lankas.
Die Fahrt dorthin gestaltete sich allerdings wieder einmal etwas aufregender als geplant. Nach knapp einer Stunde der fünf Stunden langen Fahrt versuchte unser Fahrer einer Taube auf der Straße auszuweichen. Leider reagierte der Fahrer hinter uns Sekunden zu spät und fuhr uns in den Kofferraum. Glücklicherweise ist niemandem etwas passiert. Unser Auto war nur leider demoliert und wir mussten darauf warten, dass die Versicherungsumstände geklärt wurden. Die Unfallabwicklung in Sri Lanka ist wirklich etwas anders als in Europa. Zuerst kam ein Polizist herbeigefahren. Dieser schob allerdings nur die Autos von der Straße, nachdem er die Umrisse mit Steinen darauf gezeichnet hatte.
Dann fuhr er wieder zurück ins nächste Dorf. Während wir also mit den Kindern des Obstverkäufers spielten, der seinen Stand genau neben unserem Unfall hatte, wartete unser Fahrer auf jemanden von der Versicherung. Die beiden Kinder waren trotz ihres jungen Alters sehr aufgeschlossen und wirklich süß. Sie gaben uns Kokosnüsse zu essen und trinken und versuchten uns Dinge zu erklären. Leider konnten weder wir ihre Sprache sprechen noch waren sie alt genug, um wirklich Englisch zu sprechen. Trotzdem verbrachten wir zwei Stunden Wartezeit mit ihnen, kommunizierten mit Händen und Füßen und waren wieder einmal überrascht von der Freundlichkeit der Menschen in Sri Lanka.
Dann kam endlich jemand von der Versicherung und der Unfall wurde aufgenommen. Der Kofferraum wurde mit Seilen zusammengehalten und wir machten uns weiter auf den Weg nach Galle. Dort angekommen, verabschiedeten wir uns von unserem Fahrer und genossen zwei Tage am Meer. Wir schlenderten durch die ehemalige holländische Festung und bummelten durch die vielen kleinen Lädchen an den Straßen.
Unsere Zeit in Sri Lanka kam jedoch leider viel zu schnell zu einem Ende und so machten wir uns zwei Tage später mit dem Zug auf den Weg in Richtung Negombo, eine Stadt in der direkten Nähe zum Flughafen von Sri Lanka. In einem schönen Hotel und mit guten Restaurants und Bars in der Umgebung ließen wir unsere Zeit im schönen Sri Lanka ausklingen und planten freudig unsere Zeit im nächsten und letzten Ziel unserer Reise: Nepal.







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