Es geht darum, aus der Gleichgültigkeit auszubrechen und die Welt wieder mit offenen Augen zu sehen, die Schönheit im Alltäglichen zu entdecken und sich von den kleinen Dingen berühren zu lassen.
Mit Kinderaugen durch den Alltag – Wie du das Staunen wieder lernst
Wir sehen so viel – aber staunen wir noch? Lassen wir uns noch berühren oder treten wir mit einer immer größeren Gleichgültigkeit den Dingen gegenüber und mit der Aussage: „Ah, das kenn ich eh schon.“
Zwischen Terminen, To-do-Listen und Routinen verlieren wir oft den Blick für das Wesentliche, die Schönheit, die oft nah ist, aber sich eben nicht aufdrängt. Sie will gesehen und gefunden werden, auch im Alltag.
Dieser Beitrag lädt dich ein, mit offenem Herzen die Schönheit des Alltags neu zu entdecken und eine Faszination für das alltägliche Leben wieder aufblühen zu lassen.
Wir haben viel gelernt – aber verlernt zu staunen
Als Kinder reichte ein glitzerndes Blatt, ein Sonnenstrahl oder eine Schneeflocke, um uns in ehrliches Erstaunen zu versetzen. Heute dagegen schauen wir, ohne wirklich zu sehen. Die Welt zieht an uns vorbei wie ein Film im Hintergrund, während wir funktionieren. Manchmal können Woche und Monate vergehen und wir können uns nicht mehr an die Zeit erinnern, was wir da gemacht haben. Wir wurden getrieben vom Alltag, haben uns vom Leben treiben lassen, aber haben nicht aktiv und bewusst gelebt.
Staunen ist ein Akt der Lebendigkeit
Das Staunen ist kein Luxus, sondern ein Ausdruck von Tiefe. Es braucht kein großes Ereignis, sondern nur einen wachsamen Blick. Staunen entschleunigt, weckt Verbundenheit und lässt uns lebendig fühlen – mitten im Alltag. Es unterbricht den Autopiloten in uns, lässt uns innehalten und uns wirklich da sein.
Doch Staunen braucht ein weiches Herz. Eines, das sich noch berühren lässt. Kein Herz, das alles schon gesehen hat oder sich von Gleichgültigkeit verhärten ließ. Sondern eines, das Schönheit erkennt, auch wenn sie sich im Stillen versteckt. Und wie definierst du Schönheit? Muss es immer was Neues sein, die atemberaubende Natur, oder kann das auch die Schönheit deines Gegenübers sein, die du wieder an einem Tag bewusster wahrnehmen kannst?
Schönheit ist da – aber sie drängt sich nicht auf
Sie ist oft leise, zart, unscheinbar. In einem Sonnenstrahl auf dem Küchentisch, im Lächeln eines Fremden oder im Rascheln der Blätter. Wer ständig mit den Gedanken woanders ist, dem bleibt sie verborgen. Wer aber präsent ist, wird plötzlich wieder empfänglich – für Wunder im Kleinen, alltäglichen.
Diese Achtsamkeit lässt sich üben:
Durch langsames Gehen, bewusstes Atmen, echtes Hinschauen. Wer nicht alles plant, sondern sich überraschen lässt, wird öfter von Schönheit berührt – auch wenn sie anders kommt als erwartet.
Poetry-Impuls: „Beauty in Your Surroundings“
(von Imke Sornek)
Sei wachsam.
Das Leben – es ist schön.
Doch oft versteckt, im Trubel des Alltags.
Sekunden, Augenblicke – ein Moment, und schon vorbei.
Du schaust, doch siehst du wirklich?
Sei wachsam.
Plane nicht alles, lass dich überraschen.
Vielleicht unterscheidet sich die Schönheit von deinen Erwartungen.
Sie kommt anders, als du denkst,
ist leise, unaufdringlich, und doch so nah.
Du kannst neben ihr stehen – und sie verpassen.
Du kannst schauen, und doch blind sein.
Sei wachsam.
Die Schönheit im Alltag ist da, überall.
Öffne deine Augen.
Lass dich nicht ablenken vom Lärm,
verpasse es nicht, nur weil du beschäftigt bist.
Sei wachsam, sei offen, sei hier.
Das Leben ist voll von Schönheit,
du musst nur hinsehen.
Sei wachsam.
Mit Kinderaugen sehen – so geht’s
Kinder betrachten die Welt nicht als bekannt, sondern als neu. Ich liebe ihre Faszination für das Detail. Sie erklären nicht – sie staunen. Sie urteilen nicht – sie nehmen wahr. Diese Haltung können wir zurückgewinnen: durch Neugier, Langsamkeit und die Bereitschaft, uns verzaubern zu lassen.
Hilfreiche Rituale dafür:
- Jeden Tag drei Minuten still beobachten
- Ungewohnte Wege gehen
- Fragen stellen statt sofort zu bewerten
- Kunst, Natur, Musik nicht analysieren, sondern erstmal wahrnehmen und fühlen
Die Einladung zur Rückkehr
Die Schönheit des Lebens ist nicht verschwunden – wir haben nur verlernt, sie zu sehen. Es braucht keine großen Reisen, keine spektakulären Erlebnisse. Was es braucht, ist ein Herz, das sich wieder berühren lässt.
Die Rückkehr des Staunens beginnt mit einer Entscheidung:
Wach sein. Offen sein. Hier sein.
Denn das Leben ist schön. Die Schönheit ist nicht weit weg – sondern ganz nah.






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