Ranoldsberg. Es ist 22.17 Uhr, als ein schriller Ton die Stille durchbricht. Keine Sirene – nur ein kleiner Alarmmelder. Ein kurzer Blick auf das Display genügt. Notarzt mitalarmiert. Einsatz für die First Responder. Ein persönlicher Aufruf einer Autorin.
Schnelle Hilfe aus dem Ort für den Ort
In Ranoldsberg rücken die ehrenamtlichen Ersthelfer gezielt aus – und zwar nur dann, wenn die Leitstelle neben dem Rettungsdienst auch einen Notarzt verständigt hat. Ihre Aufgabe ist klar definiert: Sie überbrücken die entscheidenden Minuten bis zum Eintreffen der professionellen Rettungskräfte und unterstützen bei besonders kritischen Notfällen.
Alarmiert werden sie ausschließlich über einen Piepser. Kein großes Aufsehen – sondern schnelle, koordinierte Hilfe aus der Mitte des Ortes heraus. Die Organisation wurde 2014 durch die Freiwillige Feuerwehr Ranoldsberg ins Leben gerufen
Unter der Woche stehen die First Responder von 18 Uhr abends bis 6 Uhr morgens bereit, außer es handelt sich um außergewöhnliche Notfälle, bei denen ihre Unterstützung zusätzlich erforderlich ist. An Wochenenden hingegen gilt rund um die Uhr Einsatzbereitschaft.
Gerade im ländlichen Raum kann die Anfahrt von Rettungswagen und Notarzt wertvolle Zeit in Anspruch nehmen. Hier werden die First Responder zum entscheidenden Bindeglied zwischen Notruf und professioneller Versorgung. Oft sind sie innerhalb weniger Minuten beim Patienten, beginnen mit lebensrettenden Sofortmaßnahmen, setzen den Defibrillator ein, sichern die Einsatzstelle und betreuen Angehörige.
Ausgebildet für den Ernstfall
Ob Herz-Kreislauf-Stillstand, schwerer Unfall oder akute Atemnot – die Einsätze sind vielfältig, die Situationen nicht selten dramatisch. Die Helfer sind dafür ausgebildet und trainieren regelmäßig, um im Ernstfall ruhig und organisiert zu handeln. Ihre Ausstattung ist auf die Erstversorgung ausgelegt: Notfallrucksack, Sauerstoff, Defibrillator – alles, was in den ersten, kritischen Minuten benötigt wird.
Dabei sind es Menschen aus Ranoldsberg und Umgebung, die diesen Dienst leisten – Nachbarn, Kollegen, Freunde. Ehrenamtlich. Neben Beruf und Familie. Ihr Engagement basiert auf Verantwortungsbewusstsein und dem Wunsch, im eigenen Ort schnelle Hilfe zu gewährleisten. Die Ersthelfer fahren in jeder Situation, sei es während dem Familiengeburtsag, dem entspannten Fernsehabend auf der Couch oder dem Gottesdienst in der Kirche. Unterstützt wird das Projekt durch Spenden aus der Bevölkerung. Für den Betrieb des First Responder werden jährlich ca. 3.000 Euro benötigt.
Wenn Ehrenamt, das Leben retten kann
Für viele Bürgerinnen und Bürger ist allein das Wissen beruhigend, dass im Notfall schnell Hilfe da ist – oft noch bevor das Martinshorn zu hören ist. Die First Responder schließen eine Lücke, die gerade im ländlichen Raum spürbar sein kann. Sie sind das Bindeglied zwischen Notruf und Rettungswagen.
Und so endet mancher Einsatz still und unauffällig. Ein Patient stabilisiert, wertvolle Minuten überbrückt, ein Leben gerettet. In Ranoldsberg kehrt Ruhe ein, doch für die First Responder bleibt die Bereitschaft: jederzeit bereit für den nächsten Alarm.
Denn wenn jede Sekunde zählt, sind sie da.
Die Ehrenamtlichen erfreuen sich über jede Spende! VR-Bank Taufkirchen Dorfen eG
IBAN: DE04 7016 9566 0103 3203 40 BIC: GENODEF1TAV






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