Ein halbes Jahr ist er nun da – der Waffenstillstand im Libanon. Doch die Luftschläge halten besonders im Süden des Landes an, was vor allem die Zivilbevölkerung trifft. Wie es den Menschen vor Ort geht und woraus sie Hoffnung schöpfen.
Die Luftschläge im Süden des Libanon halten die südlichen Regionen des Libanon in Atem – dort leben zahlreiche Christen. Ordensfrauen stehen der Bevölkerung bei: „Die Menschen, die geblieben sind, haben kein Einkommen. Sie leben von der Landwirtschaft, aber die Felder wurden durch den Krieg zerstört“, berichtet Schwester Gerard Merhej aus Debel, rund 90 Kilometer südlich von Beirut unweit der Grenze zu Israel, gegenüber dem weltweiten päpstlichen Hilfswerk „Kirche in Not“. Mitarbeiter des Hilfswerks haben kürzlich die Projektpartner im Libanon besucht.
Die Bauern probierten jetzt zwar neue Anbauformen aus, aber die wirtschaftlichen Folgen blieben katastrophal, so Schwester Gerard. Hinzu komme die Abwanderung: „Die meisten christlichen Familien sind nach Beirut gezogen, dort ist es sicherer und es gibt mehr Arbeit.“
Schwester Gerard: „Die Menschen brauchen Hoffnung“
Schwester Gerard leitet die Antonine Sisters‘ School in Debel, auch dort hat sich durch den Krieg die Zahl der Schülerinnen auf rund 200 halbiert. Die Schwestern machten jedoch unvermindert weiter: „Die Kinder brauchen eine gute Ausbildung und die Menschen Hoffnung.“
Genauso sieht das auch Schwester Maya El Beaino von der Kongregation der Schwestern vom Heiligen Herzen Jesu und Marien. Ihr Kloster in Ain Ebel liegt noch näher an der israelischen Grenze. Das Angebot, sich zu Beginn der Angriffe auf die Hisbollah-Hochburgen in Sicherheit zu bringen, hatten Schwester Maya und ihre Mitschwestern jedoch abgelehnt: „Unsere Mission ist es, an die Peripherie zu gehen und den Bedürftigen beizustehen. Und hier ist die Peripherie einer ganzen Nation.“
Auch die Ordensfrauen in Ain Ebel betreiben eine Schule, sie gehört zu den besten des Landes. „Während des Krieges haben wir auf Online-Unterrichtet umgestellt“, berichtet Schwester Maya. „Als während des Unterrichts in der Nachbarschaft eines Schülers eine Rakete einschlug, konnten es alle hören.“ Die Schüler hätten das Gefühl gehabt, „miteinander verbunden zu sein, obwohl sie physisch voneinander getrennt waren“, sagte die Ordensfrau.
„Gott sei Dank gibt es das Hilfswerk ,Kirche in Not’“
Als im Oktober 2024 die Luftschläge begannen, hätte die Bevölkerung nur 40 Minuten Zeit gehabt, um sich in Sicherheit zu bringen. Die schlimmste Zeit sei der vergangene Herbst und Winter gewesen, erinnert sich Schwester Maya: „Irgendwann waren nur noch alte Menschen im Dorf. Sie wollten lieber daheim sterben, als woanders hinzugehen.“
Mit Hilfe von „Kirche in Not“ konnten die Ordensfrauen diese Menschen mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgen. Zusätzlich unterstützt „Kirche in Not“ die kirchlichen Schulen sowie die Arbeit von Priestern und Ordensfrauen im Südlibanon und in anderen Landesteilen. Das sei ein wichtiges Hoffnungssignal, erklärte Schwester Maya: „Vielen Dank für alles, was Sie tun. Gott sei Dank für ,Kirche in Not‘!“









Eine Träne wie ein Diamant
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