2026 liegt der liegt der Tod des heiligen Franz von Assisi genau 800 Jahre zurück. Zu diesem besonderen Jubiläum waren in Assisi die Gebeine eines der bekanntesten Heiligen der Kirchengeschichte zur Verehrung ausgestellt. Wer der heilige Franziskus war und wie er auch heute noch als Heiliger wirkt.
Nach seiner Bekehrung drückt er seinem Vater die wertvollen Gewänder in die Hand und folgt Christus auf radikale Art und Weise. Seine Liebe zur Schöpfung, seinen Einsatz für die Armen und seinen Wunsch, ganz nach dem Evangelium zu leben, zeichnen ihn aus. Das Leben des heiligen Franziskus ist geprägt von einer tiefen inneren Umkehr, großer Freude und einem außergewöhnlichen Vertrauen auf Gott.

Franziskus wächst als Sohn eines wohlhabenden Tuchhändlers auf
Franziskus wird um das Jahr 1181/82 in der italienischen Stadt Assisi in Umbrien geboren. Als Giovanni di Pietro di Bernardone wächst er als Sohn eines wohlhabenden Tuchhändlers auf. Seine Mutter Johanna Pica stammte vermutlich aus Frankreich. Aufgrund der Herkunft seiner Mutter wird er Francesco („kleiner Franzose“) genannt. Franziskus lässt sich in seiner Jugend keine Feier entgehen, trägt schöne Kleidung und träumt davon, Ritter zu werden und Ruhm zu erlangen. Noch heute lassen sich Teile seines Elternhauses und das Zimmer seiner Geburt besichtigen.
Gefangenschaft und Krankheit ändern seinen Blick auf das Leben
Sein Traum vom Rittertum erlebt während des Krieges zwischen Assisi und Perugia 1202 eine leidvolle Unterbrechung. Franziskus wird gefangen genommen und verbringt ein Jahr im Gefängnis. Eine Erkrankung und eine Pilgerreise nach Rom führen dazu, dass Francesco beginnt, über den Sinn des Lebens und der Gestaltung seines Lebens nachzudenken.
Im Jahr 1205 dann das zentrale Ereignis: In der Kirche San Damiano hört Francesco die Stimme Jesu Christ am Kreuz, der zu ihm sagt: „Franz, stelle mein verfallenes Haus wieder her!“ Francesco versteht dies wörtlich und verkauft sein Hab und Gut, damit er die Kapelle von San Damiano wiederherstellen kann – sehr zum Groll seines Vaters, der ihn enterben will. Francesco kommt ihm zuvor und sagt sich von seinem Erbe los – er soll sich ausgezogen und nackt aus Assisi gerannt sein. Der „Poverello“, der „Ärmste der Armen“ aus Assisi war geboren.
Franziskus wendet sich den Kranken zu
Dieser Entscheidung folgen weitere: Ein entscheidender Moment seines Lebens war die Begegnung mit einem Aussätzigen. Franziskus, der sich zuvor vor Kranken und Armen gefürchtet hatte, überwindet seinen Ekel, umarmt den Mann und kümmert sich um ihn. Immer mehr Menschen fühlen sich von der Lebensweise Francescos angezogen. Gemeinsam mit seinen ersten Gefährten gründet er den Orden der Minderbrüder, die später als Franziskaner bekannt werden. 1210 pilgern sie nach Rom zu Papst Innozenz III. und erhalten die Bestätigung es Ordens. Ihr Ziel ist es, einfach zu leben, zu beten, zu predigen und den Armen zu dienen.
1212 gründet Klara von Assisi, eine Freundin und Gefährtin des heiligen Franz von Assisi, den Klarissenorden, auch Zweiter Orden genannt.

Franz von Assisi erhält die Wundmale Jesu
Im Jahr 1224 erhält Franziskus in einer Vision auf dem Berg La Verna die sogenannten Stigmata – Wundmale Christi an Händen, Füßen und der Seite. Er war damit der erste Heilige der Kirchengeschichte, von dem dies berichtet wird. Für Franziskus ist dies Ausdruck seiner tiefen Verbundenheit mit dem leidenden Christus. Zeit seines Lebens hat Franziskus nie die Priesterweihe empfangen, sondern blieb Diakon.
Franziskus stirbt 1226 nahe Assisi
In den Jahren vor seinem Tod leidet Franziskus an Erschöpfung und droht zu erblinden. Davon erholt er sich nicht mehr und stirbt an einem 3. Oktober 1226 in der Nähe von Assisi. Bereits zwei Jahre später, am 16. Juli 1228, wird er heiliggesprochen und bis heute zu einem der meistverehrten Heiligen der Kirche. Sein Grab in der Basilika von Assisi ist bis heute ein bedeutender Wallfahrtsort.
Franziskus als Ideal für die Liebe zur Schöpfung

Die Wirkung des heiligen Franziskus reicht bis in die Gegenwart. Sein Ideal von Einfachheit, Frieden und Achtung vor der Schöpfung spricht viele Menschen an – auch außerhalb des Christentums. Besonders in einer Zeit von Umweltkrisen und sozialer Ungleichheit wirkt seine Botschaft überraschend aktuell. Viele sehen in ihm einen frühen Mahner für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und für ein Leben, das nicht vom Besitz bestimmt wird.
Auch in der Kirche bleibt Franziskus eine prägende Gestalt. Zahlreiche Gemeinschaften und Orden berufen sich auf ihn. Selbst Papst Franziskus wählte seinen Papstnamen bewusst in Erinnerung an Franziskus von Assisi – als Zeichen für Bescheidenheit, Frieden und die Sorge um die Armen.
Bis heute erinnert Franziskus daran, dass wahre Größe nicht im Reichtum oder in Macht liegt, sondern in Liebe, Demut und einem offenen Herzen für Gott und die Mitmenschen. Seine Lebensgeschichte zeigt, wie ein einzelner Mensch durch Glaubwürdigkeit und Hingabe die Welt verändern kann.






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