Wer waren die Heiligen eigentlich? Was hat sie angetrieben, wofür haben sie gekämpft – und was können wir heute noch von ihnen lernen? Das neue Kartenspiel „Heilige raten“ von „Kirche in Not“ bringt die Lebensgeschichten vieler Glaubenszeugen unserer Geschichte auf spielerische Weise näher. Gerade für junge Menschen bietet es eine Chance, den eigenen Glauben neu zu entdecken und andere dafür zu begeistern.

Heilige? Da denken manche vielleicht an alte Kirchenfenster, goldene Heiligenscheine und Geschichten aus längst vergangenen Jahrhunderten. Doch wer sich näher mit ihren Lebensgeschichten beschäftigt, entdeckt Menschen, die mutig waren, Grenzen überwunden haben und sich für andere einsetzten. Menschen, die nicht einfach nur mit dem Strom schwammen, sondern aus ihrem Glauben heraus etwas bewegen wollten.
Genau hier setzt das neue Kartenspiel „Heilige raten“ des katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“ an. Rund um das Hochfest Allerheiligen lädt es dazu ein, Heilige und Selige auf eine neue, unterhaltsame Weise kennenzulernen. Statt trockener Wissensvermittlung stehen Neugier, gemeinsames Rätseln und spannende Entdeckungen im Mittelpunkt.
Wer steckt hinter der Karte?
Das Spielprinzip ist einfach: Eine Karte zeigt einen Heiligen, doch die Mitspieler wissen zunächst nicht, um wen es sich handelt. Mit gezielten Fragen, die nur mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden können, nähern sie sich der gesuchten Person. War es ein Mann? Lebte er im 20. Jahrhundert? Starb er als Märtyrer? Wer richtig kombiniert, darf die Karte behalten.
Die farbenfrohen Illustrationen im Comic-Stil stammen von der brasilianischen Künstlerin Daniela Dubeux. Sie geben den dargestellten Heiligen ein eigenes Gesicht und machen das Spiel besonders für jüngere Menschen zugänglich. Ein Begleitheft liefert zusätzliche Informationen und eröffnet die Möglichkeit, tiefer in die Lebensgeschichten einzutauchen.
Für Florian Ripka, Geschäftsführer des deutschen Zweiges von „Kirche in Not“, steckt hinter dem Spiel ein wichtiges Anliegen: „Heilige sind keine unerreichbaren Gestalten aus längst vergangenen Zeiten.“ Ihre Lebensgeschichten zeigten vielmehr, wie Menschen zu allen Zeiten versucht hätten, Christus nachzufolgen. Mit dem Spiel wolle das Hilfswerk Familien und Kindern einen spielerischen Zugang zu diesen Glaubenszeugnissen eröffnen.

Vorbilder, die mehr sind als Geschichte
Doch was haben Heilige mit dem Leben junger Menschen heute zu tun? Eine ganze Menge. Denn hinter jedem Heiligenleben stehen Fragen, die auch unsere Generation beschäftigen: Wie möchte ich leben? Wofür lohnt es sich, einzustehen? Wie gehe ich mit Ungerechtigkeit um? Und was bedeutet es, meinen Glauben nicht nur für mich zu behalten, sondern ihn im Alltag sichtbar werden zu lassen?
Heilige liefern darauf keine einfachen Patentrezepte. Aber ihre Lebensgeschichten können Orientierung geben. Sie erzählen von Menschen, die sich um Arme und Kranke kümmerten, für ihre Überzeugungen einstanden, anderen Hoffnung schenkten oder trotz Widerständen an ihrem Glauben festhielten.
Gerade deshalb lohnt es sich, Heilige nicht nur als Figuren aus dem Religionsunterricht zu betrachten. Sie können zu Gesprächspartnern werden, deren Entscheidungen uns herausfordern: Würde ich mich ebenfalls für einen Menschen einsetzen, den alle anderen übersehen? Hätte ich den Mut, zu meinen Überzeugungen zu stehen? Und wie kann ich meinen Glauben so leben, dass andere etwas von der Hoffnung spüren, die mich trägt?
Allerheiligen: Eine Gemeinschaft über Generationen hinweg
Das Hochfest Allerheiligen erinnert daran, dass Heiligkeit nicht an eine bestimmte Zeit, ein bestimmtes Land oder eine bestimmte Lebensform gebunden ist. Die Gemeinschaft der Heiligen umfasst Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Jahrhunderten. Ihre Lebenswege sind verschieden – und gerade darin liegt ihre Vielfalt.
Für junge Christinnen und Christen kann das eine ermutigende Botschaft sein: Niemand muss sein Leben kopieren, um sich an einem Heiligen zu orientieren. Entscheidend ist vielmehr, sich von dessen Glauben, Mut und Liebe inspirieren zu lassen und daraus eigene Schritte zu entwickeln.
Glaube wird schließlich nicht allein dadurch lebendig, dass wir etwas über ihn wissen. Er wächst, wenn wir ihn entdecken, Fragen stellen, Erfahrungen sammeln und ihn mit anderen teilen. Ein Kartenspiel kann dafür ein überraschend guter Anfang sein: am Familientisch, in der Jugendgruppe, im Religionsunterricht oder in der Gemeinde.
Den eigenen Glauben weitergeben – ohne große Worte
Wer andere für den Glauben begeistern möchte, muss nicht sofort die perfekte Antwort auf jede religiöse Frage parat haben. Es genügt bereits, eine spannende Geschichte zu erzählen, eine ehrliche Frage zu stellen oder gemeinsam herauszufinden, was einen Menschen vor Jahrhunderten so besonders gemacht hat.
Das Kartenspiel „Heilige raten“ eignet sich für Familien, Kinder- und Jugendgruppen, den Religionsunterricht und die Gemeindearbeit. Es verbindet spielerisches Lernen mit einer Einladung, sich mit den Menschen auseinanderzusetzen, deren Glaubenszeugnis bis heute nachwirkt.
Das Kartenspiel ist bei „Kirche in Not“ für 10 Euro (zuzüglich Versand) erhältlich. Bestellungen sind über www.kirche-in-not.de/shop oder telefonisch unter: 0 89 / 64 24 888–0 möglich.






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