„And with that the 2025 season comes to an end. Goodnight.“

Mit diesem Satz enden aktuell unzählige Recap-Videos auf TikTok, Instagram und Co. In den kommenden Tagen werden sie uns wieder überall begegnen: kurze Zusammenschnitte aus Reisen, Freundschaften, Erfolgen, besonderen Momenten – ein Rückblick auf das vergangene Jahr.
Was auf den ersten Blick wie ein viraler Social-Media-Trend wirkt, trägt jedoch eine tiefere Wahrheit in sich. Denn hinter diesen Videos steckt ein äußerst wertvolles Prinzip: bewusst innezuhalten, zurückzuschauen und dem Erlebten Bedeutung zu geben.
Genau darum soll es in diesem Artikel gehen: Wie kann ich mein Jahr bewusst abschließen – und gleichzeitig gut in ein neues Jahr starten?
Jahresrückblick: Mehr als nur ein Video
Für viele – besonders junge Menschen – ist das Schneiden eines Recap-Videos die gängigste Form des Jahresrückblicks. Unser Smartphone ist längst zu einem Werkzeug geworden, mit dem wir Momente festhalten, Erinnerungen speichern und Erlebnisse dokumentieren. Diese visuelle Sammlung hilft uns später dabei, das Erlebte wieder hervorzuholen.
Auch ich habe begonnen, mein eigenes Rückblicksvideo zu schneiden – und dabei neu realisiert, wie viel tatsächlich in einem Jahr passieren kann. Wie viele Erfahrungen man sammelt, wie viele Begegnungen, Entwicklungen und Veränderungen stattfinden, oft ohne dass wir es im Alltag bewusst wahrnehmen.
Ein Jahresrückblick hilft genau dabei: das Vergangene nicht einfach vorbeiziehen zu lassen, sondern sich noch einmal bewusst damit auseinanderzusetzen.
Was macht einen guten Jahresrückblick aus?
Ein Jahresrückblick lebt nicht von Perfektion, sondern von Ehrlichkeit und Struktur. Ohne Leitfaden fällt es vielen schwer, sich an Ereignisse zu erinnern – besonders, wenn sie Monate zurückliegen. Deshalb kann es extrem hilfreich sein, sich gezielt Fragen zu stellen und das Jahr anhand verschiedener Lebensbereiche zu reflektieren.
1. Erlebnisse und Erfahrungen
- Was ist in diesem Jahr passiert?
- Welche Erfahrungen und Erinnerungen habe ich gesammelt?
- Gab es besondere Meilensteine oder Highlights?
- Was hat sich verändert?
Tipp: Gehe die Monate chronologisch durch. Fotos, Videos, Kalender oder Tagebucheinträge sind wertvolle Gedächtnisstützen.
2. Wachstum und Erkenntnisse
- Wo habe ich meine Komfortzone verlassen?
- In welchen Bereichen bin ich gewachsen?
- Was fällt mir heute leichter als noch zu Beginn des Jahres?
- Welche neuen Schritte bin ich gegangen?
Hier geht es weniger um äußeren Erfolg als um innere Prozesse, Lernphasen und persönliche Entwicklung.
3. Meine Beziehung zu Gott
Für uns als Christen spielt Gott im Jahresrückblick eine zentrale Rolle. Wir glauben nicht an Zufälle, sondern daran, dass Gott uns durch dieses Jahr getragen und beschenkt hat. Diese Perspektive verändert den Blick auf Erinnerungen grundlegend.
- Wo habe ich Gottes Nähe besonders gespürt?
- Wie hat sich meine Beziehung zu Gott entwickelt?
- Welche Durchbrüche durfte ich erleben?
- Wo erkenne ich Gottes roten Faden in meinem Jahr?
Glaube ist kein Sonntagsprogramm, sondern Teil eines christlichen Alltags – und genau dort zeigt sich Gottes Wirken.
4. Freundschaften, Beziehungen und Familie
- Welche Menschen haben mein Jahr geprägt?
- Welche Beziehungen wurden gestärkt oder neu geknüpft?
- Welche Gemeinschaftsmomente bleiben mir besonders im Gedächtnis?
- Wer hat mich inspiriert oder herausgefordert?
Unsere Beziehungen sind oft der Ort, an dem die tiefsten Erinnerungen entstehen.
5. Verletzungen, Schmerz und Herausforderungen
Ein ehrlicher Jahresrückblick schließt auch die schwierigen Momente mit ein.
- Welche Situationen waren schmerzhaft?
- Wo habe ich mich allein, hilflos oder verletzt gefühlt?
- Welche eigenen Schwächen sind mir bewusst geworden?
- Gibt es Bereiche, in denen Vergebung notwendig ist?
Gerade hier kann der Glaube tragen: einen Gott zu haben, der sieht, kennt und auch im Schmerz gegenwärtig ist.
6. Wofür steht mein Jahr 2025?
Zum Abschluss darfst du den Fokus noch einmal bündeln:
- Welche drei Begriffe fassen dein Jahr zusammen?
- Welche Überschrift würde dein Jahr 2025 tragen?
Diese Übung hilft, Klarheit zu gewinnen und das Jahr bewusst abzuschließen.
Praktische Tipps für deinen Jahresrückblick
- Nimm dir ausreichend Zeit
- Schaffe eine ruhige, ungestörte Atmosphäre
- Handy auf Flugmodus
- Schreibe deine Gedanken auf – das vertieft die Reflexion
Dankbarkeit statt Vergleich
Gerade durch Social Media besteht die Gefahr, sich mit den Rückblicken anderer zu vergleichen. Gedanken wie „Die hat viel mehr erlebt“ oder „Der war viel erfolgreicher“ schleichen sich schnell ein.
Doch das Gegenteil von Neid ist Dankbarkeit.
Ein dankbarer Blick verändert die Perspektive:
Er macht sensibel für die kleinen Geschenke, die uns im Alltag oft entgehen. Es sind nicht immer die großen Erlebnisse – oft sind es die unscheinbaren Momente, die uns nachhaltig prägen.
Staune darüber, was alles passiert ist. Wahrscheinlich gab es vieles, womit du zu Beginn des Jahres nicht gerechnet hast.
Ein bewusster Abschluss – ein guter Anfang
Wir stehen in den letzten Tagen des Jahres 2025. Ein neues Jahr mit neuen Möglichkeiten, Projekten und Erfahrungen liegt vor uns.
Doch bevor etwas Neues beginnt, darf das Alte würdevoll enden.
It’s time to end this year right.
Ich wünsche dir ein ehrliches, erfüllendes Reflektieren – und einen gesegneten Start in das Jahr 2026.






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