„Reichen sechs Kilo Mehl?“ Ein guter Einkauf will gut geplant sein: Schon ein paar wenige Angewohnheiten können dabei helfen, Zeit und Geld zu sparen – und obendrein verhindern, Lebensmittel wegzuwerfen.
Das Einkaufsverhalten unserer kleinen Familie hat sich in den vergangenen Monaten stark verändert. Der ausschlaggebende Moment war die Entscheidung meiner Frau, den nächsten Lebensmitteleinkauf so weit aufzuschieben, bis wirklich nichts mehr da war. Wir hielten noch eine weitere Woche durch, indem wir ungeliebte Überbleibsel vergangener Einkäufe endlich verwerteten und ein wenig kreativ wurden: Mit Hefe, die noch vom Pizzabacken übrig war, wurde Brotteig angesetzt; Orangensaft und Kokosmilch ergeben eine erstaunlich schmackhafte Nudelsoße; und Kichererbsen-Curry lässt sich auch mehrere Tage nacheinander essen.
Wir begannen daraufhin, die Einkäufe besser zu planen und zu optimieren. Die neue Routine hat dazu geführt, dass sich unsere Lebensmittelkosten um fast die Hälfte reduziert haben – ohne, dass wir das Gefühl haben, auf etwas verzichten zu müssen. Ausschlaggebend sind ein paar wenige „Regeln“, an die wir uns beim Einkauf halten.
Tipps für die Planung
Ein zeit- und kosteneffizienter Einkauf erfordert Planung. Die Fragen für die Vorbereitung sollten sein: Was und wie viel brauche ich wirklich? Welche Lebensmittel lassen sich vielseitig einsetzen? Wo gibt es Alternativen zu bisher gekauften Produkten? Ein paar einfache Tipps können helfen.
1. Einkaufsliste schreiben: Was banal klingt, entpuppt sich als wichtigster Begleiter für den Gang in den Supermarkt. Eine möglichst vollständige und nach dem Aufbau des Marktes geplante Einkaufsliste verhindert einerseits, dass Lebensmittel vergessen werden. Andererseits beugt sie teuren Spontankäufen vor. Etwas Flexibilität sollte man sich aber doch lassen: Beispielsweise ist es hilfreich, bei einzelnen Kategorien (Obst, Gemüse, Fleisch) auf die Angebote zu achten und saisonal zu kaufen. Das sorgt für mehr Vielfalt auf dem Teller, und obendrein freut sich der Geldbeutel.
2. Transport und Lagerung: Ein effizienter Einkauf sollte möglichst groß sein – das spart Zeit und auf Dauer auch Geld. Es ist jedoch wichtig zu bedenken, wie viele Lebensmittel man überhaupt transportieren und lagern kann. Mit dem Auto kann man mehr befördern als mit dem Rucksack; eine Speisekammer bietet mehr Stauraum als eine Einzimmerwohnung.
3. Zeitraum: Anschließend an die Lagermöglichkeiten stellt sich auch die Frage, wann der folgende Einkauf getätigt werden soll. Es hilft, sich vorher über den Zeitraum Gedanken zu machen und sich so gut es geht an das eigene „Ziel“ zu halten. Hier sollte man bedenken, ob man in dem geplanten Zeitraum eventuell größeren Besuch erwartet und entsprechend Produkte oder Mengen außerhalb des eigenen Bedarfs benötigt.
4. Supermarkt-Apps: Inzwischen haben die meisten Supermärkte Apps mit speziellen Angeboten für ihre Kunden. Hier sollte man vor dem Einkauf einmal kurz schauen, ob Produkte im Angebot sind, die man ohnehin regelmäßig kauft. Man sollte sich jedoch nicht von der Reklame verleiten lassen – sonst ist die Ersparnis schnell dahin.
Tipps für den Einkauf
5. An den Plan halten: Um im Supermarkt selber schnell voranzukommen und nicht von den Angeboten „gefesselt“ zu werden, sollte man sich unbedingt an die Einkaufsliste halten. Außer natürlich, man hat beim Aufschreiben etwas Wichtiges vergessen und sieht es dann beim Vorbeigehen im Geschäft.
6. Preise vergleichen: Gerade bei den ersten „geplanten“ Einkäufen ist es hilfreich, Preise zu vergleichen und sich nach Alternativen umzuschauen. Wir sind zum Beispiel inzwischen bei Milch, Butter und Sahne komplett auf vegane Alternativen umgestiegen, da die entsprechenden Produkte gut schmecken und zudem bekömmlicher, preiswerter und haltbarer sind. Hier ist „Out-of-the-Box-Denken“ gefragt!
7. Alternativen finden: Manchmal kommt es vor, dass das gewünschte Produkt nicht verfügbar ist. Anstatt in einem weiteren Markt zu schauen, sollte ich mich fragen: Gibt es passende Alternativen? Oder komme ich in nächster Zeit sogar ohne dieses spezielle Lebensmittel zurecht?
Nach dem Einkauf
8. Gute Lagerung: Durch gute Lagerung lässt sich Zeit bis zum nächsten Einkauf gewinnen. Gerade Obst und Gemüse sollten nach Möglichkeiten in den Kühlschrank, wenn man auch nach zwei Wochen noch frische Produkte genießen möchte. Auch hier gilt es natürlich, auf die eigenen räumlichen Kapazitäten zu schauen. Wichtig ist auf jeden Fall, den Überblick nicht zu verlieren. Sonst kauft man schnell früher ein, als nötig gewesen wäre!
9. Einkaufsliste aufbewahren: Wir haben angefangen, unsere Einkaufslisten aufzuheben, um für den nächsten Einkauf eine Orientierung zu haben. Was ist noch ausreichend da? Wovon hätten wir mehr gebraucht? Das Aufbewahren der Listen erleichtert die Vorbereitung des nächsten Großeinkaufs enorm.
10. Kreativ sein: Wie eingangs erwähnt, ist gerade am Ende einer Einkaufs-Periode etwas Kreativität beim Kochen gefragt. Hier bieten die Millionen Rezepte im Internet einen guten Anhaltspunkt: So ist beispielsweise die Orangen-Kokosmilch-Soße entstanden, die mittlerweile des Öfteren auf unseren Tisch kommt. Es gilt: Wer wagt, der gewinnt! Die Erfahrung lehrt, dass man häufiger auf neue Lieblingsgerichte stößt, als dass es überhaupt nicht schmeckt. So lassen sich auch kleine Reste integrieren, die man im schlimmsten Falle irgendwann hätte entsorgen müssen.
Fazit und Bonustipp
Wer seine Einkäufe gut plant, kann viel Geld sparen. Neue Routinen sowohl beim Einkaufen als auch beim Kochen ergeben sich durch kleine Veränderungen mit der Zeit automatisch – man sollte dabei die eigenen Möglichkeiten im Auge behalten, auf die eigene Kreativität vertrauen und nicht zu streng mit sich selber sein.
Zum Schluss noch ein kleiner Bonustipp: Es lohnt sich, immer Mehl und frische Hefe da zu haben. Zusammen mit Wasser und etwas Salz lässt sich dann aus nur vier einfachen, günstigen Zutaten köstliches Ciabatta-Brot backen – und das ganz ohne zusätzliches Equipment, Vorwissen oder großen Zeitaufwand. Wir backen das italienische Weizenbrot nun schon seit Monaten jeden zweiten Tag frisch und müssen dadurch inzwischen überhaupt kein Brot mehr kaufen.






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