Handys als ‚Zeitfresser‘

Wer kennt es nicht: Man möchte nur kurz aufs Handy schauen, seine Nachrichten checken und nachsehen, ob es Neuigkeiten gibt. Und wenn man das nächste Mal auf die Uhr schaut, sind auf einmal zwei Stunden vergangen und man fragt sich, wie das passieren konnte. Dann denkst du dir, jetzt muss ich aber wirklich aufhören und eine halbe Stunde später schaust du das nächste Mal auf.
Wenn dir diese Situation bekannt vorkommt, bist du garantiert nicht alleine. Wenn du dir aber zusätzlich denkst, du möchtest etwas daran ändern, dann bist du hier genau richtig.
“Wie die Motivation nicht kommt”.
Ich könnte jetzt mit Argumenten kommen. Dass Social Media darauf ausgelegt ist, dich abhängig zu machen. Mit Sprüchen wie „Bewegungsmangel ist das neue Rauchen“ oder beispielsweise mit Statistiken, die besagen, dass die durchschnittliche Bildschirmzeit von 12- bis 19-jährigen Jugendlichen in Deutschland bei über sieben Stunden liegt, wie die JIM-Studie im Jahr 2018 herausgefunden hat.
Aber seien wir ehrlich, solche Dinge haben wir alle schon so oft gehört und hat es was geholfen? Ich will stattdessen einen anderen Weg gehen und euch Lesern einfach ein bisschen motivieren, rauszugehen. Bist du bereit?
Wecke den Funken in dir!
Fangen wir an mit einer Situation, die vielleicht einen ersten Funken Begeisterung wecken kann; ein Erlebnis, das ich erlebt habe und von dem ich erzählen möchte. Es geht um eine Wanderung, die wir vor Jahren mit meiner Familie gemacht haben. Wir sind zu einer Berghütte in den schönen Berchtesgadener Alpen gegangen und haben dort übernachtet.
Abends sind wir noch in die Dunkelheit hinaus gegangen und haben einen Sternenhimmel gesehen, der so gigantisch war, wie wir ihn in unserem lichtverschmutzten Deutschland wohl selten zu sehen bekommen. Zusammen mit der Bergkulisse, dem überragenden Gefühl, als wir am nächsten Tag endlich den Gipfel erreicht haben und dem gemeinsamen Erfolg ist das eine meiner schönsten Erinnerungen überhaupt und ein Grund, warum ich heute so gern in den Bergen bin.
Wie wäre es, wenn du dir einen oder mehrere Freunde schnappst und ihr euch für den Sommer ein Abenteuer überlegt, das ihr gemeinsam erleben wollt?
Wenn du dir jetzt denkst, das ist dir alles zu unrealistisch, zu teuer oder zu weit in der Zukunft, dann will ich dir jetzt einige Ideen aufzählen, von denen ich mir ziemlich sicher bin, dass zumindest eine davon jetzt, hier und heute möglich ist und die du immer machen kannst:
7 Tipps für mehr Zeit im Freien
- Pack dir Brot, Obst und Gemüse ein und mach ein Picknick. Dabei ist es egal, ob es irgendwo in den Bergen stattfindet, auf der Wiese nebenan oder im Stadtpark.
- Geh zu einem Fluss, Bach oder nur ein Tretbecken und steige zumindest mit den Füßen ins Wasser, egal wie kalt es ist.
- Fahr das nächste Mal mit dem Zug oder mit dem Bus wohin, statt das Auto zu nehmen, aber lass dein Handy zuhause (oder zumindest in der Tasche) und schau dich um oder lies ein Buch. Es wird etwas anderes sein. (Und nebenbei hast du auch noch der Umwelt etwas Gutes getan.)
- Wenn es das nächste Mal geschneit hat: Geh barfuß in den Schnee. Es wird eiskalt sein, aber ich finde, es gibt kein besseres Gefühl. Und danach gibt es eine Wärmflasche, eine Kuscheldecke und einen warmen Tee.
- Wer hat Lust auf Spaß und gemeinsame Zeit? Wie wär‘s mit den Spielen, die so oft in Vergessenheit geraten? Mein persönlicher Tipp ist Federball. Hab‘ ich selbst jahrelang nicht gemacht und war beim nächsten Mal ganz begeistert. Und wenn es doch mal regnet, darfs auch gerne mal wieder das gute alte Brettspiel oder Kartenspiel sein.
- Für alle, die sich jetzt denken, das geht alles nicht, weil es draußen regnet. Die gute Nachricht ist: Wir sind nicht aus Zucker. Heute ist ein guter Tag, um im Regen zu tanzen. Na gut, ein Regenspaziergang reicht auch.
- Mein letzter Tipp ist für alle, die lieber anpacken wollen: Schnapp dir doch was du zuhause so findest und Werkzeug und bau ein Projekt. Was es da für Ideen gibt, will ich hier gar nicht erwähnen, ich verweise lieber auf die Real Life Guys, dort gibt es so viele Inspirationen, dass bestimmt für jeden etwas dabei ist.
Egal welche dieser Vorschläge dich jetzt angesprochen haben, wenn du sie ausführst, möchte ich dich ermutigen, dass du auf die kleinen Details achtest und gleichzeitig das große Ganze betrachtest. Und vielleicht wirst du darin auch einen Hinweis auf Gott finden, der das alles erschaffen hat. Im Staunen über die Natur kann man so oft Gott finden, wenn man ihn nur sucht. Und das ist nicht zuletzt einer der Gründe, warum es so wichtig und wunderschön ist, dass wir nach draußen gehen. So wie schon der Psalmist in der Bibel sagt:
„Denn die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes und das Firmament kündet das Werk seiner Hände.“ (Psalm 19,3).
Lass das Handy weg!
Bevor ich zum Ende komme, muss ich noch einen Punkt loswerden, das ist mir noch wichtig: Wenn du es geschafft hast und draußen etwas erlebst oder Schönes siehst, widerstehe der Versuchung, sofort dein Handy rauszuholen und Fotos zu machen. Dabei geht es nicht nur darum, dass wir den Moment genießen oder lernen sollen, dass man nicht alles sofort teilen muss und noch viele Gründe mehr. Sondern vor allem geht es darum, dass du dir das Erlebnis merken sollst. Vielleicht denkst du, mit einem Foto kann man es sich doch erst recht merken, das kann man sich immer wieder anschauen, aber das ist ein Trugschluss. In einer Studie der State University hat man herausgefunden, dass sich das Gehirn die Sachen, die man fotografiert hast, nicht so merkt wie ohne Foto. Es ist ja nicht dumm und weiß, dass es ein Foto gibt und es deshalb nicht wichtig ist, die Sache abzuspeichern.
Weil wir halt doch gerne Fotos haben: Meine Empfehlung ist, mach doch ein oder zwei Fotos von einem Erlebnis (dadurch wird laut der oben genannten Studie das Gedächtnis auch nicht beeinflusst) und ansonsten: Schau lieber mit deinen Augen, da hast du mehr davon und schöner ist es meistens auch.
So, worauf wartet ihr noch? Schnappt euch eure Schuhe und eure Jacke und dann ab nach draußen. Ich verspreche dir, dass du es nicht bereuen wirst.






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