„Boah, das wächst mir alles über den Kopf.“, klagte ich, wenn ich Gäste einlud oder eingeladen wurde. Ich habe geglaubt, dass man entweder gastfreundlich ist oder eben nicht – ich zählte mich zu letzterem. Mit der Zeit habe ich aber erkannt, dass ich Gastfreundschaft lernen und sie zu meinem persönlichen Wert machen kann. Mit ein paar Tipps, Tricks und einer anderen Einstellung fallen mir die Treffen heute leichter.

Schon davor im Chaos
Früher habe ich mich sehr gestresst, wenn ich Einladungen bekam oder sie selbst aussprach. Ich wusste nicht, was ich zum Essen mitbringen oder zubereiten sollte. Ich kreiste um meine To-Do-Liste und verlor schnell die Freude an einer gemeinsamen Zeit. Schließlich lähmten mich Überzeugungen wie: „Ich muss eine perfekte Gastgeberin sein.“, „Ich muss auf alle Eventualitäten vorbereitet sein.“, „Was, wenn es meinen Gästen langweilig ist?“, „Was, wenn es mir zu viel wird?“
Für Ordnung sorgen
Zunächst einmal habe ich meinen Blickwinkel verändert. Ich bin nicht allein verantwortlich, dass ein Treffen gelingt, denn jeder darf sich als Mitgestalter einbringen. Ebenfalls hat jeder eine andere Vorstellung von einem gelungenen Treffen.
Ich bringe mich mit meiner Kraft, mit meinen Gaben und mit meinen Ressourcen so ein, wie es mir möglich ist. Das gelingt mir, wenn ich im Voraus klare Grenzen aufzeige. Das habe ich mich früher nicht getraut, aber heute sage ich klar: „Ich habe im Moment Kapazität für xy Stunden. Wie sieht es bei dir aus? Was wollen wir gemeinsam in dieser Zeit erleben?“
Ich habe lange nach einem passenden Tool gesucht, das mir bei der Essensvorbereitung dienlich sein könnte. Ich suchte nach etwas Preiswertem, Universellem, immer Griffbereitem, Ästhetischem und Praktischem. Und siehe da, eines Tages stand sie vor mir: eine Etagere. Um genauer zu sein, war es eine Teller-Etagere.
Was ist so praktisch daran?
Ich kannte bisher nur Etageren, bei denen die Teller fest integriert waren. Kam einer davon zu Bruch, musste die ganze Etagere repariert werden. Teller-Etageren haben dagegen ein festes, stabiles Konstrukt und die selbst ausgesuchten Teller werden einzeln auf jeder Etage platziert. Mir fällt es leicht, die einzelnen Teller zu bestücken, weil ich mir eine hilfreiche Anleitung zurecht geschmiedet habe.
Meine Vorgehensweise

Auf den Tellern sind die Lebensmittel angeordnet (Schritt 2-4).

Auf einem Tisch liegen die ausgewählten Lebensmittel für Schritt 1 in der Anleitung.
- Platziere alle Lebensmittel auf die Tischfläche, die du verwenden willst.
- Stelle zuerst die groben, größeren Lebensmittel auf die Teller. Beginne mittig und gehe danach in die Peripherie des Tellers.
- Lege die kleineren, filigraneren Lebensmittel so natürlich wie möglich dazu.
- Dekoriere/Garniere zum Schluss an den passenden Stellen mit wenigen, ausgewählten Elementen (z.B. Kräuter, Gewürze, Zimtstangen etc.).
Aufatmen

Etagere für ein Abendessen.
Durch diese genaue Anleitung bin ich mittlerweile recht entspannt, was die Essenvorbereitung anbelangt, weil ich mit der Teller-Etagere sehr viel Spielraum habe: ein leckeres Frühstück gestalten, Kaffee und Kuchen anbieten, Snacks, ein Abendessen etc. Meistens tritt ein „Wow-Effekt“ ein, wenn die Gäste die Etagere sehen und das freut mich immer sehr.

Die fertig angerichtete Etagere steht auf einem Tischtuch.
Vorher-Währenddessen-Nachher
Bisher habe ich mich beim Gäste einladen sehr auf das Vorher und Währenddessen fokussiert. So passierte es, dass ich nach einem Treffen allein dasaß und mich von einer überwältigenden Leere überfallen ließ. Ich bemerkte, dass ich davor energiegeladen war und mich plötzlich sehr erschöpft und einsam fühlte. Manchmal kam die eine schwarze Wolke am sonst blauen Himmel auf, wodurch sich meine Wahrnehmung auf das Treffen pauschalisierte. „Alles war einfach nur blöd gelaufen.“; das brachte mich auf die Idee, das „Danach“ ebenso im Auge zu behalten. Welche Bedürfnisse habe ich danach? Manchmal überlege ich mir aus drei Momenten der Treffen, für die ich besonders dankbar bin, einen Wortwechsel, der mir besonders gut gefiel oder was besonders schön war. Diese Achtsamkeitsübungen helfen mir, in keinem Gedankenchaos zu versinken. Auch nehme ich mir oft vor, danach einen längeren Spaziergang zu machen, weil mir körperliche Aktivität hilft abzuschalten.
Wie gestaltest du deine Treffen? Hast du ein paar Geheimtipps aus Lager? 🙂
Schreibe sie gerne in die Kommentare.






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