Zum 10. Todestag ihrer Stifterin und langjährigen Vorsitzenden Johanna Gräfin von Westphalen erinnert die Stiftung Ja zum Leben mit Dankbarkeit und Respekt an ihr Leben und Wirken. Ein Blick hinein zeigt, dass eine starke Überzeugung und Liebe für das Leben steht – und noch heute wirkt.
Sie zählte zu den Persönlichkeiten in Deutschland, die sehr viel mehr im Blick hatten als ihr eigenes Leben und Wohlergehen: Johanna Gräfin von Westphalen lagen die Menschen am Herzen, die kaum gehört wurden, und doch die wichtigsten Zukunftsaufgaben in unserer Gesellschaft verantworteten. Schon früh setzte sie sich für den Schutz ungeborener Menschen ein, ebenso wie für Frauen und Familien in Not. Während dieses großen Engagements, das nicht immer im Blickfeld der Öffentlichkeit stand, trugen sie der katholische Glaube und die direkten Begegnungen mit der existentieller Not schwangerer Frauen, etwa beim Sozialdienst katholischer Frauen (SkF).
Gemeinsam für eine lebensfreundlichere Welt
Dass Johanna Gräfin von Westphalen diese oft strukturellen und einschneidenden Ereignisse nicht alle alleine lösen konnte, verstand sie schnell. Sie trat in die Christlich Demokratische Union (CDU) ein und engagierte sich politisch vor allem für das Lebensrecht jedes Einzelnen ab der Empfängnis und für die Förderung des Familiengedankens. 1985 gründete sie die Initiative “Christdemokraten für das Leben” (CDL) mit und war 17 Jahre lang deren Vorsitzende.
Zusätzlich zu ihrem politischen Engagement war ihr auch die caritative Hilfe für Frauen im Schwangerschaftskonflikt besonders wichtig. So gründete sie im Jahr 1988 gemeinsam mit ihrem Sohn Friedrich Wilhelm die Stiftung Ja zum Leben, um Frauen im Schwangerschaftskonflikt jede mögliche Hilfe anzubieten. 28 Jahre lang leitete sie die Hilfsarbeit der Stiftung als deren Vorsitzende, bis sie unerwartet am 21.01.2016 verstarb. Vielen Menschen war und ist sie bis heute in ihrem unermüdlichen, geradlinigen und doch immer auch von Humor geprägten Einsatz ein Vorbild.
Ihr Lebenswerk wird fortgeführt und gedeiht
Heute führt die Arbeit der Stiftung ihre Tochter weiter. Marie Elisabeth Hohenberg ist die Vorsitzende des Stiftungsvorstandes und auch zehn Jahre nach dem Tod ihrer Mutter für ihr Lebenswerk dankbar:„Ihr Vermächtnis lebt weiter. Auch über ihren Tod hinaus steht sie durch die Stiftung Ja zum Leben schwangeren Frauen in Not und ihren ungeborenen Kindern zur Seite. Ich bin unendlich dankbar für den Einsatz und das Vorbild meiner Mutter und wünsche mir, dass in den kommenden Jahren noch mehr Frauen die Unterstützung unserer Stiftung zugutekommt.“
Mittlerweile unterstützt die Stiftung Ja zum Leben als gemeinnützige Stiftung mehr als 140 verschiedene Projekte, wie auch f1rstlife, unter anderem durch die Unterstützung professioneller Schwangerenberatungsstellen, Bildungsinitiativen und konkreter materieller und finanzieller Nothilfen für Frauen und Familien.

Über Johanna Gräfin von Westphalen: Sie wurde am 24. September 1936 als Tochter von Christoph Bernhard Graf von Galen und Marie-Sophie Gräfin von Galen auf Haus Assen in Westfalen geboren. Sie war verheiratet mit Clemens August Graf von Westphalen zu Fürstenberg und Mutter von sechs Kindern. Die Familie lebte auf Wasserschloss Laer in Meschede. Kardinal Clemens August Graf von Galen, der während der Zeit des Nationalsozialismus öffentlich die Tötung behinderter Menschen verurteilt hatte, war ihr Großonkel und zeitlebens Vorbild für ihren Einsatz. Sie war Großkreuz-Dame des Päpstlichen Ritterordens des Heiligen Gregors des Großen und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse des Bundesverdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.






Erinnerung im Wandel – Wie moderne Gedenkkultur uns beim Trauern hilft
Schreibe einen Kommentar